DAX
- DER AKTIONÄR

DAX-Rallye nach Merkel-Sturz? Börsenexperte Schulte kritisiert Flüchtlingspolitik scharf

Der als „Silberjunge“ bekannt gewordene Börsenexperte Thorsten Schulte ist nach 26 Jahren aus der CDU ausgetreten. Sein Grund: die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

DER AKTIONÄR: Herr Schulte, darf ein Börsianer politisch sein?
Thorste Schulte: Ja, ich halte es für meine demokratische Pflicht, zu diesem brisanten und für unser Land mit extremen Risiken verbundenen Thema Stellung zu beziehen.

Sie meinen die Flüchtlingspolitik? Es gibt Experten, die sagen: Deutschland wird durch Einwanderung reicher.
Laut Ifo-Institut hat über die Hälfte der Syrer einen völlig unzureichenden Bildungsstandard. Damit ist das Gerede, dass diese Flüchtlinge unsere demografischen Probleme lösen, dummes Geschwätz. Im Gegenteil: Diese Entwicklung wird unsere Sozialkassen in massivem Umfang belasten.

Aber greift die Frage nach den Kosten für uns nicht zu kurz – geht es nicht darum, zu helfen?
Es wird christliche Nächstenliebe gepredigt und die Probleme werden verniedlicht. Das gut Gemeinte ist manchmal das Gegenteil des Guten. Denn die innere Sicherheit und auch der soziale Frieden sind akut gefährdet. Nicht alle Flüchtlinge sind Opfer, sondern es sind auch Kriminelle oder IS-Sympathisanten darunter.
Saudi-Arabien und Katar haben keinen einzigen Flüchtling aufgenommen. Das sollte jedem zu denken geben. Die Amerikaner haben seit 2011 nur 1.500 Syrer akzeptiert. Erst nach einer 18- bis 24-monatigen Sicherheitsprüfung werden weitere aufgenommen. Ein Großteil der Flüchtlinge kommt nicht aus einer akuten Lebensgefahr, sondern aus sicheren Lagern in der Türkei, dem Libanon und Jordanien. Ich sage ja zu einer Einwanderung nach kanadischem Vorbild, aber nein zur Masseneinwanderung aus Regionen, in denen viele Menschen mit Werten wie Gleichberechtigung von Frauen oder Toleranz gegenüber Homosexuellen wenig anfangen können. Die jetzige Flüchtlingspolitik führt zu einer Destabilisierung Europas.

Mit Auswirkungen auf den Euro?
Die Eurozone hat einen Leistungsbilanzüberschuss von 2,9 Prozent erzielt. Die USA weisen jedoch ein Defizit von 2,5 Prozent der Wirtschaftskraft aus. Nach der Kaufkraftparitäten-Theorie ist der Euro eigentlich um 18 Prozent unterbewertet. Wenn aber die Flüchtlingskrise zu politischer Instabilität und der Bedrohung der inneren Sicherheit führt, werden die Märkte von Angst bestimmt, was deutlich negative Auswirkungen auf den Euro hätte.

Politische Instabilität?
Ich kann es mir angesichts der Einschätzungen der Sicherheitsorgane nicht vorstellen, dass Angela Merkel tatsächlich glaubt, zum Wohle unseres Landes zu handeln. Wenn Merkel nicht schon bis Anfang Dezember gestürzt wird, dann wird vor den Landtagswahlen im März in Baden-Württemberg zwar niemand die Revolte wagen. Doch nach einem etwaig verheerenden CDU-Ergebnis bei dieser Wahl würden diese Strömungen wieder stärker.

Fürchten Sie eine Panik an den Börsen nach einem etwaigen Rücktritt Merkels?
Merkel kann glaubwürdig keinen grundsätzlichen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik vollziehen. Ein Mann wie Schäuble wäre für das Land besser und auch für den DAX ein erfreuliches Ereignis. Schäuble hat bereits in der Eurokrise den USA die Stirn geboten. Zudem ist ihm als vierfacher Vater daran gelegen, ein lebenswertes Land zu hinterlassen.

Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 49/2015 erschienen.

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Don Camillo -
    Hallo??? Merkt Ihr eigentlich alle noch was?? Es gibt kein RICHTIG oder FALSCH. Es gibt nur Meinungen. Und die sind immer subjektiv - je nach Interessenslage und Kenntnisstand. Zeigt mal Tolerenz für andere Meinungen. Das kommt VOR Toleranz für andere Menschen. Es gibt zu jedem Thema ein PRO und CONTRA. Und manche Menschen lieben halt Veränderungen und andere widerum hassen diese, wie der Teufel das Weihwasser.
  • peter dirks -
    "Herr Schulte sollte sich mit Themen beschäftigen, von denen er etwas versteht" ja, nur welche wären es? Silber anscheinend nicht! :-)
  • Klaus Zerkowski -
    Klaus Zerkowsi
  • Klaus Zerkowski -
    Klaus Zerkowski
  • Ulrich Latta -
    Juan Tarifa SIE haben von nichts eine Ahnung von daher sollte Sie einfach den Mund halten
  • Ulrich Latta -
    Juan Tarifa SIE haben von nichts eine Ahnung von daher sollte Sie einfach den Mund halten
  • Juan Tarifa -
    Werte Herr ... wie heißt du Vogel?? ... ahh ja, Schulte: Sie bemängeln tatsächlich "" Masseneinwanderung aus Regionen, in denen viele Menschen mit Werten wie Gleichberechtigung von Frauen oder Toleranz gegenüber Homosexuellen wenig anfangen können?? Nun mein werter Herr, was halten sie eigentlich von den weiblichem Flüchtlingen und vielleicht sogar schwulen Kriegsflüchtlingen?? ............. die nur so mal ganz nebenbei gesagt wohl auch fliehen weil wir alle doch gern die Rohstoffe hätten und brav weiter Waffen in die Region verkaufen.. Unglaublich das sie politischer Vertreter sein wollen/sollen/können. Erbärmlich!!
  • Juan Tarifa -
    Werte Herr ... wie heißt du Vogel??
  • Marcel Barth -
    Brilliante Analyse. Bravo.
  • Bernd Svoboda-Schmidt -
    Herr Schulte sollte sich mit Themen beschäftigen, von denen er etwas versteht. Die Flüchtlingspolitik gehört definitv nicht dazu, hier schürt er nur Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit.
  • Klaus Zerkowski -
    Wo sind die Fakten des "Silberjungen", dass unter den vor Krieg geflüchteten Menschen angeblich auch Is- Terroristen sind? Mit den Werten der Gleichberechtigung und Akzeptanz (nicht Toleranz) von Frauen ist es bei unserer katholischen Kirche bisher auch nicht optimal. Und in den Führungsebenen unserer Unternehmen sind auch die Männer in der Mehrheit. Ach "Silberjunge" hättest Du nur geschwiegen - das wäre das wahre Gold gewesen. Aber so: einfach nur peinlich!
  • Andreas Kindlbacher -
    Ganz hervorragendes Interview. Vielen Dank.
  • Mikail Haijat -
    Absolut ekelhaftes und von Vorurteilen geprägtes Interview.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Na endlich – Jahresendrallye im DAX

Es ist vollbracht: Der deutsche Leitindex hat nach monatelangem, nervenaufreibendem Auf und Ab den Ausbruch auf ein neues Jahreshoch gemeistert. Und wie! Der DAX eröffnete den Handel am Morgen mit einem dicken Aufwärtsgap und schwang sich sofort auf, auch die Marke von 10.900 Punkten zu überwinden. mehr