DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX-Check: Viele Unsicherheiten, aber …

Nach dem langen Pfingstwochenende stand der DAX wegen der weiter drohende Pleite Griechenlands sowie dem Erfolg der Linken bei den spanischen Regionalwahlen unter Druck. Die schwache Wall Street sorgte am Nachmittag dann für zusätzlichen Abgabedruck. Kann der deutsche Leitindex heute zur Erholung von seinem Rückschlag ansetzen?

Der Parketthandel an der Frankfurter Wertpapierbörse wird am Mittwoch nicht vor 11 Uhr beginnen. Bereits am Morgen hatte der Börsenbetreiber Deutsche Börse mitgeteilt, dass sich der Handelsstart in allen Produkten verzögere. Einen Grund nannte der Börsenbetreiber nicht. Das Xetra-System sei nicht betroffen, hieß es.

Die Unsicherheit in den Märkten sei plötzlich bemerkenswert gestiegen, sagte Stratege Chris Weston vom Broker IG und verwies dabei auf den Volatilitätsindex VIX, der die Börsenschwankungen widerspiegelt. "Es dürfte aufschlussreich sein, den Index auch heute zu beobachten, um ein Gefühl für die sich zusammenbrauende Marktstimmung zu erhalten und zu eruieren, ob ein noch kräftigerer Rückschlag zu erwarten ist."

Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen erinnerte mit Blick auf den Linksruck in Spanien an die in diesem Jahr noch anstehenden Wahlen in Portugal und dass die Märkte eine Verschiebung der Machtverhältnisse fürchteten. "Ein zweites Griechenland will nämlich niemand und könnte dann doch zu einer ernsthaften Zerreißprobe für den Euroraum werden." Damit bleibe Griechenland auch ohne Nachrichten weiter im Fokus und zudem könne auch der Ukraine-Konflikt wieder Beachtung finden, da die Probleme auch dort weiter ungelöst seien.

Unternehmensnachrichten sind dünn gesät. Die Deutsche Post, Bayer oder auch QSC laden zur Hauptversammlung. Der stark beachtete Kurs des Euro legte nach seiner Talfahrt wieder etwas zu und überwand die Marke von 1,09 US-Dollar.

Was macht der DAX? „Mit dem negativen gestrigen Handelsgeschehen steht ein positives Szenario auf dem Prüfstand“, heißt es bei der DZ Bank. „Das Momentum, welches mit dem charttechnischen Ausbruch über die obere Begrenzung einer potenziellen „Konsolidierungsflagge“ bzw. den gesamten charttechnischen Widerstandsbereich zwischen 11.620 und 11.750 Punkten verbunden war, ist erst einmal dahin“, erklären die Charttechniker.

Die Kurslücke bei 11.595 Punkten, die am 19. Mai gerissen wurde, sei mit der gestrigen Tageskerze vollständig geschlossen worden und biete aktuell Unterstützung. „Viel weiter sollte der DAX allerdings nicht fallen, da das aktuell (noch) positive Chartbild ansonsten wieder abzukippen drohte“, so das Fazit. Ein weiteres Abkippen würde den Fokus voraussichtlich wieder in Richtung Herausbildung neuer Tiefs unter 11.200 Punkte verschieben. Anleger warten daher zunächst eine Stabilisierung ab und bleiben an der Seitenlinie.


(Mit Material von dpa-AFX)

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