DAX
- Martin Weiß - Leitender Redakteur

Kaufen und liegen lassen: So viel wäre im DAX aus 5.000 Euro in 10 Jahren geworden

Inverse Zinsstruktur, Handelskrieg, Brexit-Chaos, Konjunkturangst: An Krisenthemen herrscht in diesen Tagen kein Mangel. Aus Anlegersicht ist vor allem interessant, dass es in den vergangenen zehn Jahren selten anders war. Dennoch sind die Aktienmärkte in dieser Zeit gestiegen. Selbst mit vermeintlich langweiligen Blue Chips ließen sich Renditen erzielen, von denen selbst Profis nur träumen können. Doch wie viel genau wurden aus 5.000 Euro? DER AKTIONÄR hat nachgerechnet. 

Krisenszenarien an der Börse sind keine Erfindung der Neuzeit, sie gehören zum Alltag der Anleger wie das Ertönen der Eröffnungs- und Schlussglocke. Sicher, momentan kommt es einem vor, als würden sich die Probleme stapeln – von Wirtschaftsangst bis Brexit-Chaos. Doch die Wahrheit ist: Die Investoren hatten schon immer einen Hang zum Dramatischen und viel von dem, was sie heute noch in Angst und Schrecken versetzt, ist morgen schon Geschichte.

Krisen von 2008-2018

  • 2008: Lehman-Pleite

  • 2009: Globaler Wirtschaftseinbruch

  • 2010: Euro-Schuldenkrise

  • 2011: Atomunfall Fukushima

  • 2015: China-Crash

  • 2016: US-Präsidentschaftswahl

  • 2017: Konflikt der USA mit Nordkorea

  • 2018: Handelskrieg USA mit China

Mit ein wenig mehr Fleiß (als der Autor bereit ist, in die Suche nach Krisen zu investieren) ließe sich die Liste ausbauen. Nur lohnt sich der Aufwand nicht, denn: Trotz all dieser großen und kleinen Krisen sind die Aktienmärkte gestiegen.

Sicher, immer wieder kam es zu Rücksetzern, doch stellten die sich im Nachhinein als hervorragende Möglichkeiten heraus, um Positionen aufzustocken. In dem Artikel geht es allerdings nicht um die Frage, inwiefern die aktuellen Turbulenzen in das historische Muster passen, sondern, wie viel Anleger verdient hätten, wenn sie vor zehn Jahren in einen der großen Blue-Chip-Indizes – DAX, Dow Jones, Nikkei 225 – investiert und die Position bis heute gehalten hätten.

Um es vorweg zu nehmen: Die Buy-and-Hold-Strategie hätte nicht gereicht, um einem Peter Lynch das Wasser zu reichen. Dessen durchschnittliche jährliche Performance von rund 30 Prozent taugt aber auch nicht als Benchmark. Als Feierabend-Jogger vergleichen Sie sich schließlich auch nicht mit Eliud Kipchoge, dem amtierenden Rekordhalter beim Berlin Marathon.

Hilfreicher ist es, einen Vergleich mit dem zu ziehen, was Sparer in diesem Zeitraum für ihre Einlagen bekamen.

Spoileralarm: Immer weniger und schließlich nichts mehr.

Hier ist die Übersicht der Entwicklung von Dow Jones, DAX und Nikkei von 2009-2019:

Bei dem Vergleich ist Folgendes zu beachten, a) die Performance berücksichtigt Dividenden und b) die Performance wurde in Euro berechnet (was aus Sicht deutscher Anleger mit Wohnsitz in Deutschland Sinn macht).

Performance 2009-2019:

  • Dow Jones: +410,2% ~ +17,9% p.a.
  • Nikkei 225: +226,6% ~ +12,7% p.a.
  • DAX: +181,9% ~ +11,0% p.a.

Bei Zugrundelegung der genannten durchschnittlichen jährlichen Renditen ergeben sich folgende Zuwächse bei einem Einmalinvestment am 31.3.2009 von 5.000 Euro (vor Steuern, Inflation nicht berücksichtigt).

Das wurde aus 5.000 Euro:

  • Dow Jones: 25.948,25 € (Gewinn: 20.948,25 €)
  • Nikkei 225: 16.527,58 € (Gewinn: 11.527,58 €)
  • DAX: 14.197,11 € (Gewinn: 9.197,11 €)

Im Vergleich schneidet der Dow Jones tatsächlich mit einigem Abstand am Besten ab, doch auch Anleger, die ihre Ersparnisse ausschließlich in den DAX investiert hätten, müssten sich nicht ärgern. Die durchschnittliche jährliche Rendite von 11 Prozent liegt weit über den Erträgen jeglicher Sparformen und deutlich über dem langfristigen Renditedurchschnitt für Aktienanlagen (6 bis 8 Prozent p.a.).

DER AKTIONÄR meint: Krisen hin oder her, Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont konnten in den letzten zehn Jahren exzellente Renditen erzielen. Weshalb sollte sich das in der Zukunft ändern?

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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