Deutsche Bank
- Thorsten Küfner - Redakteur

Das kauft jetzt Hans A. Bernecker

Obwohl ab Mai statistisch betrachtet die eher schlechtere Börsenphase begonnen hat, zeigt sich Hans A. Bernecker weiterhin bullish: „Die Zinswende ist die entscheidende Größe. Die stillen Reserven im Bond-Portfolio der Allianz beziffert der Vorstand mit 65 Milliarden Euro. Mit jedem Tag, den die Zinsen steigen, nehmen die stillen Reserven rasant ab. Diese zu retten ist nun die äußerst schwierige Aufgabe.“

Seiner Ansicht nach dürfte das Kapital dann verstärkt in Blue Chips fließen. Auch bezüglich möglicher Negativszenarien bei Einzelaktien gibt sich der Börsenbriefautor zuversichtlich: „Es gibt zur Stunde kein deutsches Unternehmen im DAX und MDAX, das vor einer entscheidenden Schieflage steht.“ Die Risiken seien bereits in den letzten Wochen in der Konsolidierung verarbeitet worden. Daher zeigt er sich für den Rest des Jahres zuversichtlich: „Der DAX wird zum Jahresende höher stehen als zurzeit.“

DAX-Sorgenkinder und ein Überflieger
Eine der spannendsten Aktien ist für Bernecker die Deutsche Bank. Er verweist auf die derzeit wichtigste Frage: „Wie viel muss die Deutsche Bank in ihren Rechtsstreitigkeiten noch aufwenden und reichen die Rückstellungen?“ Seiner Ansicht nach dürfte sich im Jahresverlauf herausstellen, wie der Konzern einzuordnen ist. Wichtig werden neben der Geschäftsentwicklung die weiteren strategischen Schritte – vor allem die Zukunft der Postbank. Bern­ecker sieht jedenfalls 50 Prozent Aufwärtspotenzial – oder sogar noch mehr.

Auch für eine weitere in den vergangenen Monaten gebeutelte Aktie sieht der Altmeister noch reichlich Potenzial. Er verweist darauf, dass der Börsenwert der Deutschen Lufthansa im Vergleich zum Konkurrenten Ryanair eine „nicht vertretbare Niedrigbewertung“ darstellt. Für ihn ist der DAX-Titel daher die interessanteste Airline-Wette für die kommenden zwölf bis 18 Monate.

Bei der hingegen bereits stark gelaufenen Airbus-Aktie gefällt Bernecker das „eindrucksvolle Auftragspolster für eine Produktion von fünf, wahrscheinlich sogar sechs Jahren“. Zwar hinkt man Boeing bezüglich der Produktivität noch hinterher, es gebe aber gute Gründe, anzunehmen, dass es hier bald Fortschritte geben wird.

Mehr im ePaper

Die Favoriten von Max Otte, Robert Halver und vielen anderen Experten finden Sie in der Titelstory der Ausgabe 24/2015 "Jetzt reden die Profis". Hier bequem als ePaper erhältlich.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Deshalb dreht die Aktie auf

Die AKtie der Deutschen Bank notierte heute Vormittag wie der Gesamtmarkt im Minus. Doch seit Mittag steigt die Notierung wieder. Was ist das los? Morgan Stanley hat über komplexe Finanzprodukte den Anteil an der Deutschen Bank von 0,47 auf 6,86 Prozent hochgefahren. Aus Finanzkreisen hieß es, dass … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Attacke auf CEO Cryan?

John Cryan hat bei der Deutschen Bank im vergangenen April eine milliardenschwere Kapitalerhöhung durchgeführt und wohl einen Großteil der Rechtsrisiken, die er von seinen Vorgängern geerbt hatte, abgebaut. Doch einigen Großaktionären reicht das nicht, da im ersten Halbjahr 2017 die Erträge der … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: IPO wird konkret

Die Deutsche Bank steckt den Rahmen für den geplanten Teilbörsengang des Tochterunternehmens Deutsche-Asset-Management ab: Die Deutsche Bank selbst könnte laut Handelsblatt der einzige globale Koordinator für den Börsengang werden. Amerikanische Banken sind weitgehend außen vor. mehr