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Das Ende der klassischen Lebensversicherung

Hohe Regulierungskosten und das anhaltende Zinstief steigern die Gefahr, dass Europas Versicherer ihren Verpflichtungen gegenüber den Kunden nicht mehr nachkommen können.

Die Entwicklung trifft vor allem die deutschen Versicherer, denn nirgendwo sonst in Europa wurden jahrzehntelang Verträge mit so hohen Zinsgarantien geschlossen wie hierzulande.

Wenn die aktuelle Niedrigzinsphase noch länger anhält – was zumindest nicht völlig abwegig ist – fällt europaweit der Wert der Anlagen im Vergleich zu den Kunden-Verpflichtungen um ganze 100 Milliarden Euro – die Belastung allein für deutsche Versicherungen läge bei knapp 28 Milliarden Euro, wie der aktuelle Stresstest der Europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa aufzeigt.

Die Aufsichtsbehörde hat für den Test auch ein Extremszenario durchgespielt, welches das Zinstieft mit einem zusätzlichen Kursabsturz von Aktien, Währungen und Immobilien kombiniert: Die Bilanzen der europäischen Lebensversicherer wären in diesem Fall mit 160 Milliarden Euro belastet. Das entspricht einem Drittel des überschüssigen Kapitals der gesamten Branche.

Es überrascht daher nicht, dass die BaFin seit Längerem warnt, die deutschen Versicherer müssten aufgrund der niedrigen Zinsen ihr Geschäftsmodell dringend umstellen. Das sorgt einerseits dafür, dass die Versicherer mit immer kreativeren Produkten auf den Markt gehen. Andererseits versuchen die Lebensversicherer wegen der aktuellen Zinsflaute offenbar verstärkt Altverträge mit hohen Garantiezinsen zu kündigen – und das sicher nicht zum Vorteil der Kunden.

Ein Blick auf die Zahlen offenbart das ganze Dilemma: 0,9 Prozent! Das ist der ab 1. Januar 2017 gültige Garantiezins für Neuverträge bei der klassischen Lebensversicherung. Mehr können Versicherer ihren Kunden nicht mehr zusagen. Für Bestandskunden ändert sich durch die Neuregelung zwar vorerst nichts, sie erhalten weiterhin die garantierten Leistungen ihres bestehenden Vertrages. Doch die Auszahlung dieser Garantien fällt den Versicherern zunehmend schwerer.

Zwar gibt es seit dem Jahr 2002 einen Sicherungsfonds namens „Protektor“, der im Falle einer Insolvenz die Versicherten auffangen soll. Das bilanzielle Nettovermögen des Sicherungsfonds belief sich laut Geschäftsbericht Ende 2015 auf 865,3 Millionen Euro. Darüber hinaus gibt es eine gesetzliche Nachschusspflicht über denselben Betrag. Die Versicherer haben sich zudem verpflichtet, Geld nachzuzahlen, sollte Protekor unter Druck geraten.

Ob dieser Sicherungsfonds im Ernstfall helfen kann, darf allerdings ernsthaft bezweifelt werden. Sogar der bei der EZB angesiedelte Europäische Ausschuss für Systemrisiken warnte im Sommer 2015: Nationale Sicherungssysteme wie Protektor seien nicht in der Lage, mit der möglichen Insolvenz großer Lebensversicherer oder der gleichzeitigen Insolvenz mehrerer kleinerer Lebensversicherer fertigzuwerden. Eine Rettung einer der fünf größten Lebensversicherer wäre nahezu unmöglich.

Aufgrund der angespannten Situation auf den Anleihemärkten müssen die Versicherer einen immer höheren Anteil der Kundengelder in immer schlechter verzinste Wertpapiere stecken. Das sorgt für Druck auf beiden Seiten der Rendite, denn neben dem Garantiezins – dessen Höhe beim Vertragsabschluss für die gesamte Laufzeit festgelegt wird – berechnet sich die laufende Verzinsung auch aus dem Überschuss, also der Rendite aus dem angelegten Geld der Versicherung. Aufgrund der Niedrigzinsen ist auch hier der Spielraum der Lebensversicherer stark eingeschränkt. Die drei großen Versicherer Axa, Ergo und Allianz gaben im Dezember 2016 bereits bekannt, dass sie ihre Überschussbeteiligung um zehn Prozent und mehr kürzen werden. Weitere Unternehmen werden dem Beispiel wohl folgen.

Hier setzt sich ein Trend fort, der die beliebteste Form der Altersvorsorge in Deutschland in ihrer Existenz bedroht – immerhin liegen mehr als 90 Millionen Lebensversicherungsverträge in deutschen Schubladen. Die laufende Verzinsung mag mit durchschnittlich über zwei Prozent zwar hoch erscheinen, doch das ist ein Trugschluss. Um die hohen Zinsgarantien der Altverträge zahlen zu können, bleiben die Neukunden auf der Strecke. Die Versicherer haben in Zeiten von Niedrigzinsen sowieso kein großes Interesse daran, neue Verträge abzuschließen. Gleichzeitig sinkt der Reiz für Anleger aufgrund der mangelnden Rendite deutlich, in so ein Produkt zu investieren.

Neben dem schwierigen Marktumfeld muss sich die Versicherungsbranche zudem auf eine neue Richtlinie über den Versicherungsvertrieb (IDD) einstellen. Auf europäischer Ebene wurden Mindeststandards festgelegt, die jedoch von den nationalen Parlamenten verschärft werden können. Die Bundesregierung will IDD offenbar noch vor der Wahl im Herbst umsetzen. Vermittler müssen in Zukunft Art und Quelle ihrer Vergütung nennen. Ob auch über die Höhe Auskunft gegeben werden muss, obliegt dem Gesetzgeber. Vermittler und Kundenberater müssen sich künftig regelmäßig weiterbilden. Auf die Branche warten also viele Hausaufgaben und steigende Kosten. Keine allzu rosige Zukunft für der Deutschen liebste Altersvorsorge – wenn ich das alles bedenke, dann lobe ich mir doch den klassischen Fondssparplan. Den kann man beispielsweise über fondsDISCOUNT.de erwerben.

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