Daimler
- Marion Schlegel - Redakteurin

Daimler vor den Zahlen: Kann sich die Aktie von den VW-Turbulenzen abkoppeln?

Ein kräftiger Anstieg bei den Verkäufen dürfte dem Autobauer Daimler im dritten Quartal reichlich Geld in die Kasse gespült haben. Vom Abgas-Skandal beim Konkurrenten Volkswagen werden vorerst keine Auswirkungen auf das Geschäft der Schwaben erwartet. Daimler hatte im dritten Quartal beim Absatz kräftig zugelegt: Die Verkäufe wuchsen im Jahresvergleich um 16,1 Prozent. Das dürfte sich auch zeigen, wenn der Konzern an diesem Donnerstag (22. Oktober um 7:30 Uhr) seinen Zwischenbericht für das abgelaufene Quartal vorlegt.

Die Erwartungen

Nach Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg erwarten Analysten im Schnitt ein Umsatzplus von rund 13 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro. Die Absatzschwäche der Konkurrenz in China ist an Daimler quasi vorbeigegangen. Während andere mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen hatten, konnten sich die Stuttgarter über satte Zuwächse freuen. Vor allem der kleine SUV-Geländewagen GLA kommt im größten Automarkt der Welt gut an. Daimler hat in China allerdings aus der Vergangenheit auch noch einiges nachzuholen.

Analyst Holger Schmidt von der Investmentbank Equinet rechnet nach einem starken ersten Halbjahr damit, dass die zweite Jahreshälfte sogar noch besser wird. Eine Verschiebung im Mix der verkauften Modelle hin zu kleineren Wagen deute auf einen kräftigen Umsatzanstieg, aber nur noch eine leichte Steigerung der operativen Marge im Autogeschäft gegenüber dem Vorquartal hin. Im Schnitt erwarten Analysten einen Anstieg des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) um fast 30 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro.

Unterm Strich dürfte der Gewinn dagegen deutlich sinken. Daimler hatte im vergangenen Jahr seine Beteiligung am Motorenbauer Rolls Royce Power Systems verkauft, was eine Milliarde Euro eingebracht hatte. Dieser Sondereffekt hatte die Messlatte vor einem Jahr hoch gelegt. Experte Harald Hendrikse von der US-Großbank Morgan Stanley rechnet mit einem Nettogewinn von 2,4 Milliarden Euro nach 2,7 Milliarden vor einem Jahr.

(Mit Material von dpa-AFX)

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