Daimler
- Jochen Kauper - Redakteur

Daimler-Aktie: Zeit für Schnäppchenjäger oder abwarten?

Daimler musste vergangene Woche seine Gewinnprognose nach unten schrauben. Gründe für das schleppende Geschäft gab es gleich mehrere: höhere Aufwendungen bei der Umrüstung der Dieselfahrzeuge, Auslieferungsverzögerungen bei Mercedes-Benz Vans und eine geringere Nachfrage nach Bussen in einigen Märkten.

Deutschlands einstige Vorzeigebranche wird von den Investoren gemieden – trotz der mittlerweile günstigen Bewertung. Dennoch erholte sich die Aktie im Verlauf des Freitag nach einem Rutsch bis auf 49,56 Euro wieder über die psychologisch wichtige Marke von 50,00 Euro.

45 Euro oder 60 Euro?
Bei den Analysten gibt es nach den erneut schlechten Zahlen keine klare Tendenz. Die DZ Bank hat den fairen Wert für Daimler nach der Gewinnwarnung von 49 auf 45 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Verkaufen" belassen. Nach dieser sehe er sich in seiner vorsichtigen Haltung bestätigt, schrieb Analyst Michael Punzet. Die Stimmung für die Aktie des Autoherstellers werde unverändert von den Themen Diesel, neue Abgastests und internationale Handelskonflikte dominiert, betonte Analyst Michael Punzet in seiner aktuellen Studie.

Etwas anders beurteilt Stephen Reitman von der französischen Großbank Societe Generale die Situation bei Daimler.
Sein Kursziel hat er von 72 auf 60 Euro zurückgenommen. Dennoch rät Reitmann, die Aktie zu kaufen. Der operative Gewinn (Ebit) im dritten Quartal habe die Konsensprognose um 14 Prozent unterboten, erklärte Reitmann. Der Lackmustest für die Glaubwürdigkeit dürfte das Einhalten der Prognose des Autobauers für den Free Cashflow im vierten Quartal sein.

Abwarten

DER AKTIONÄR rät bei den Autobauern weiter abzuwarten. Es fehlen die positiven Impulse. Störfeuer gibt es aktuell von mehreren Seiten. Eine starke Unterstützung liegt nach wie vor im Bereich von 50,27 Euro. So niedrig notierte das Papier zuletzt im Juni 2016. Die nächste Unterstützung nach unten wartet erst bei 47,50 Euro.

Batteriebauer vorziehen
Als Alternative zu den Autobauer setzen Anleger auf die Batteriebauer CATL und/oder Samsung SDI. Diese werden von der steigenden Nachfrage nach Elektroautos profitieren. Derzeit macht die Batterie rund 40 Prozent des Werts eines E-Flitzers aus. Samsung SDI ist hervorragend im Geschäft. CATL feierte erst vor wenigen Monaten sein IPO. Problem bei CATL ist die Tatsache, dass die Aktie bislang nur an der Shenzhen Stock Exchange, genauer gesagt im ChiNext, Chinas Pendant zur Nasdaq, gehandelt wird.

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