Daimler
- Jochen Kauper - Redakteur

Daimler: Zetsche bereitet die Anleger auf harte Zeiten vor!

Dieter Zetsche hat seine Aktionäre auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona auf unruhige Zeiten eingestellt. Der Daimler-Chef forderte den Autobauer auf, sich schnellstmöglich den Auswirkungen des technischen Wandels zu stellen. Die Aktie hat in den letzten Woche wieder deutlich Boden gut gemacht und arbeitet sich an die 200-Tage-Line heran.

"Es ist kein Naturgesetz, dass Daimler ewig besteht", sagte Zetsche am Montagabend auf der Mobilfunkmesse MWC. Wir wissen, dass diese Branche in zehn Jahren völlig anders sein wird", ergänzte der Daimler-Chef. Das hat gesessen. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass Zetsche mt seinen Statements dem neuen Vorstand Källenius Rückenwind geben will. Ola Källenius wird ab Mai das Ruder bei Daimler übernehmen. „Die Aussagen Zetsches sind eher als Steilvorlage zu interpretieren. Källenius muss die neuen Sachen dann anpacken“, sagt der Autoexperte gegenüber dem AKTIONÄR.

Fakt ist: Die Automobilindustrie befindet sich im Wandel. Der Umbau hin von der Herstellung von Verbrennern zu Elektroautos und Autos mit Hybridantrieb wird kein Sprint. Anleger sollten diese Aufgabe eher als Marathonlauf sehen.
Daimler, BMW und Volkswagen verdienen mit ihren Verbrennern noch immer Milliarden. Mit dem Verkauf eines jeden Elektroautos fahren sie aktuell Verluste ein. Schon alleine deshalb haben die Autobauer so lange gezögert, ihre Cash-Cows aufzugeben und sich dem Wandel zu stellen. „Und genau deshalb stehen auch die Margen bei den Autobauern unter Druck. Die Autobauer laufen in Überkapazitäten hinein und die Investitionen in die Elektromobilität wird Milliarden verschlingen. Das alles zehrt an den Margen“, sagt Dudenhöffer.

Quelle: CAR-Institut

Vorreiter Tesla
Nur was bleibt Zetsche, Krüger und Diess auch anderes übrig? Tesla zeigt wie es geht und vor allem, dass es geht Nämlich Elektroflitzer zu bauen und diese auch zu verkaufen. Nicht nur Frühadopter ordern mittlerweile fleißig das Model 3 des Elektroautopioniers. Auch Nio will seine Elektroflitzer in den Markt drücken. Das Unternehmen sollten Anleger auf jeden Fall auf ihrer Watchlist haben.

Daimler muss auf die Tube drücken
Die Autobranche wird in zehn oder 15 Jahren sicherlich ein anderes Gesicht haben.Daimler wird völlig neue Wettbewerber bekommen, die derzeit noch nicht jeder auf der Liste hat. Daimler jedenfalls muss ich Sachen Elektromobilität, selbst fahrende Autos und Mobilitätsdienste eine Schippe drauf legen.

 

 

Die Aktie jedenfalls scheint sich wieder aufzurappeln. Seit dem Tief bei knapp 44,51 Euro anfang 2019 hat das Papier wieder deutlich zugelegt. Ein Kaufsignal würde sich erst ergeben, wenn das Papier die wichtige 200-Tage-Linie bei 54,43 Euro knackt. Bis dahin heißt es abwarten!

Nio, Geely oder BYD
Wer unbedingt in den Autosektor investieren möchte, der ist derzeit mit Geely oder BYD besser aufgehoben. Wer auf einen reinen Hersteller von Elektroautos setzen will, für den ist Nio überaus spannend, wenngleich der Titel weitaus spekulativer ist als Daimler.
 

 

 

Mit Material von dpa-AFX.

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