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Daimler: Gewinnwarnung!

Daimler Konzernzentrale 20120123

Der Stuttgarter Autobauer sieht sich aufgrund des Handelskonflikts zwischen den USA und China deutlich unter Druck. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen gibt der Konzern eine Gewinnwarnung heraus – die Aktie geht auf Talfahrt.

Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt fordert ihr erstes prominentes Opfer. Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat nach einer am Mittwoch herausgegebenen Mitteilung die Neueinschätzung des Ergebnispotentials für das Geschäftsjahr 2018 vorgenommen. Die Gewinnwarnung erfolgt vor allem aufgrund der erhöhten Einfuhrtarife für US-Fahrzeuge in den chinesischen Markt.

Daimler ist wegen seiner Werke in den USA und den Ausfuhren nach Fernost unmittelbar betroffen. Als größter Vertreter gilt das Werk in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama. Daimler produzierte an diesem Produktionsstandort im Jahr 2017 rund 286.000 Fahrzeuge und exportierte diese in über 135 Länder. Weiter erklärte der Konzern, dass aufgrund der genannten Gründe weniger SUVs als erwartet auf dem größten Absatzmarkt China verkauft werden.

Nächstes Fiasko droht: US-Einfuhrzölle auf deutsche Fahrzeuge?

Weiterhin benannte Daimler als Gründe für die Gewinnwarnung die neuen Standards für Abgastests, sowie den Rückruf von Dieselautos. Ebenfalls schwächer als erwartet wird dem Konzern zufolge die Nachfrage nach Bussen in Lateinamerika erwartet.
Die Größte Sorge bereiten aber weiterhin die möglichen Einfuhrzölle auf deutsche Autos in den USA. Für die deutschen Autokonzerne wäre dies ein herber Rückschlag, denn laut Handelsblatt exportierten die deutschen Autokonzerne wie Daimler, BMW und Co. Fahrzeuge im Wert von rund 20 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten.

In Zahlen bedeutet die Gewinnwarnung ein voraussichtliches EBIT unter dem Vorjahresniveau von 14,7 Milliarden Euro. Zuvor war beim Konzern noch die Rede von einer leichten Erhöhung.

Aktie deutlich unter Druck

An den Kapitalmärkten wird die Nachricht Daimlers verheerend aufgefasst. Vorbörslich geraten die Papiere des Autobauers deutlich unter Druck und verlieren einige Prozentpunkte. Mit dem Rutsch unter die charttechnisch wichtige 60-Euro-Marke, gerät das Tief von 50,89 Euro von Juli 2016 wieder in den Fokus. Sollten die Einfuhrzölle für den US-amerikanischen Markt kommen, wäre ein weiteres Abstürzen der Aktie denkbar. Anleger sollten derzeit an der Seitenlinie verharren.

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| Matthias J. Kapfer | 0 Kommentare

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