Daimler
- Matthias J. Kapfer - Werkstudent

Bye, bye Zetsche – Daimler-Chef ab 2019 nicht mehr am Steuer

Dieter Zetsche räumt zum Ende der Hauptversammlung 2019 seinen Vorstandsposten und macht den Weg frei für Ola Källenius. Für den 65-Jährigen ist dies aber nicht das Ende beim traditionsreichen Autobauer, Zetsche wechselt nach einer Übergangsperiode in den Aufsichtsrat.

Nach 13 Jahren geht nun das Kapitel Zetsche beim Autobauer Daimler zu Ende. Der promovierte Ingenieur kam bereits 1976 zum Konzern und stieg die Karriereleiter immer weiter nach oben. Im Jahr 2006 wurde Zetsche dann Nachfolger von Jürgen Schrempp, und übernahm das Steuer beim Stuttgarter Autobauer.

Der 65-Jährige wird nach Ablauf einer zweijährigen Übergansperiode den bisherigen Aufsichtsratschef Manfred Bischoff ablösen und dem Daimler-Konzern somit erhalten bleiben.

Vom Entwicklungschef zum Daimler-Chef

Der neue Mann an der Spitze soll Ola Källenius werden. Der gebürtige Schwede arbeitet seit 1993 für den Konzern und ist derzeit Entwicklungschef, im Jahr 2015 war er in den Vorstand berufen worden. Für Källenius steht ein Haufen Arbeit an, so muss der neue Chef den weiter anhaltenden Konzernumbau zur Dachgesellschaft mit drei rechtlich selbständigen Einheiten (PKW/Vans, Trucks/Busse und Finanzdienstleitungen) vorantreiben.

Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sieht den Chef-Wechsel als Zeichen für bevorstehende ungemütliche Quartale. Die große Bandbreite an Themen könnten Zetsche dazu bewegt haben eher früher als zu spät zu gehen.

Zum zukünftigen Mann an der Spitze Daimlers äußerte sich der Experte erwartungsvoll: „Källenius ist schon länger der Favorit, er könnte einen Aufbruch auch sehr gut verkörpern. Er ist jung, intelligent, hat ein gutes Auftreten und ist schlicht auch ein anderer Typ als viele Topmanager in der Autoindustrie, offener, international.“

Aktie im Rückwärtsgang

Für die Daimler-Aktionäre zeigt sich seit Anfang 2018 kein schönes Bild. Im Zuge der weiter anhaltenden Handelsstreitigkeiten, der Abgasaffäre sowie der Probleme mit den neuen WLTP-Standards ging es für den Aktienkurs seither auf Tauchstation. Eine Gewinnwarnung im Juni verschärfte die Abwärtsbewegung und erwischte die Anleger auf dem falschen Fuß.

Chartechnisch hat sich die Aktie um rund 17 Prozent von der 200-Tage-Linie entfernt. Anleger sollten eine Bodenbildung weiterhin abwarten.

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