Commerzbank
- Maximilian Völkl

Commerzbank vor den Zahlen: Weniger Wachstum erwartet – Aktie jetzt noch verkaufen?

Am kommenden Montag, den 2. November, präsentiert die Commerzbank ihre Zahlen zum dritten Quartal. Nach den guten Ergebnissen zuletzt erwarten die Analysten einen kleinen Dämpfer. Im abgelaufenen Jahresviertel habe sich der Aufwärtstrend des DAX-Konzerns demnach verlangsamt.

Der Gewinn der Commerzbank ist nach Meinung der Experten nur noch leicht gestiegen. Neben einem schwierigen Kapitalmarktgeschäft und politischem Gegenwind in Polen dürfte vor allem die Pleite des niederländischen Gebäudeausrüsters Imtech Spuren in der Bilanz hinterlassen haben. Das Privatkundengeschäft sollte hingegen auf Erfolgskurs geblieben sein.

Im Schnitt rechnen Analysten mit einem Anstieg des operativen Gewinns von knapp zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 349 Millionen Euro. Davon dürften unter dem Strich 232 Millionen Euro übrig bleiben, drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Die erste Dividende seit der Finanzkrise 2008 bleibt damit im Visier. Die Erträge hingegen könnten wegen eines schwächeren Investmentbankings und sinkender Zinsgewinne um vier Prozent auf 2,3 Milliarden Euro sinken.

Imtech und Polen belasten

Deutlich ins Kontor wird die Imtech-Insolvenz schlagen. Der Commerzbank gehören 11,8 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, darauf werden nun Abschreibungen von 50 Millionen Euro erwartet. Ebenfalls auf die Bilanz drückt die schwächelnde Polen-Tochter. Dort drohen nach dem Wahlerfolg der rechtsnationalen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ eine neue Bankensteuer und zudem Belastungen bei der Umwandlung von in Schweizer Franken ausgegebenen Privatkundenkrediten.

Keine Sorge

Am Freitag herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Die Commerzbank-Aktie zeigt sich beinahe unverändert an der 10-Euro-Marke. Trotz des erwarteten Dämpfers beim Gewinnwachstum sollten sich Anleger vor den Zahlen nicht übermäßig besorgt zeigen. Bei einer positiven Überraschung rückt vielmehr der Widerstand bei 10,55 Euro wieder in den Fokus. DER AKTIONÄR sieht für risikobewusste Trader deshalb sogar eine Einstiegschance. Im 10-Prozent-plus-Depot wurde bereits eine Position eingegangen.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank vor Mega-Kaufsignal

Die Commerzbank gehört im laufenden Jahr zu den Unternehmen mit dem höchsten Kursplus im DAX. Das Wertpapier bringt es auf 33 Prozent seit dem Jahreswechsel. Der Leitindex kann mit Plus zwölf Prozent Gewinn nicht mithalten. Die Notierung der Commerzbank könnte den Vorsprung bald sogar noch ausbauen. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Zweistellige Kurse voraus

Die Aktie der Commerzbank gehört zu den besten Werten des DAX im laufenden Jahr. Seit Jahresbeginn liegt die Notierung bereits 34 Prozent im Plus. Der Leitindex schaffte bisher nur 12 Prozent. Die Marke von 10,00 Euro kann bereits diese Woche fallen. DER AKTIONÄR erklärt, was Anleger dann erwartet. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: So will Zielke profitabler werden!

Die Commerzbank hat im Auftaktquartal ein höheres Ergebnis erzielt als erwartet. Die niedrigen Zinsen bremsen die Bank jedoch weiterhin. Vorstandsvorsitzender Martin Zielke sagt: „Es wird noch Zeit brauchen, bis unser Wachstum die Belastungen aus dem negativen Zinsumfeld deutlich übertreffen wird“. … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Da ist das Ding!

Die Erwartungen an die Zahlen der Commerzbank für das erste Quartal sind vergleichsweise gering gewesen. Analysten gingen im Schnitt nur von einem Nettogewinn von 107 Millionen Euro aus. Vorstandsvorsitzender Martin Zielke überraschte die Märkte aber mit einem Gewinn von 217 Millionen Euro. Im … mehr