Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Der Januar wird heiß

Es kommt einem ein bisschen vor wie das Warten aufs Christkind. Allerdings gibt es für Mario Draghis QE immer noch keinen festen Termin. Fest steht aber: Sobald der EZB-Chef Staatsanleihen kauft, werden Bank-Aktien anspringen.

Die Hoffnung auf weitere Konjunktur stützende Maßnahmen durch die EZB hat am Donnerstag ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Der DAX kletterte um 3,4 Prozent und notiert 2015 nun im Plus.

Klar ist: Mario Draghi ist auch im neuen Jahr der wichtigste Mann für die Börsianer. Nur seiner ultralockeren Geldpolitik und seinem erbitterten Kampf für den Euro ist es zu verdanken, dass die Aktienkurse nicht abschmieren. Gründe, Angst zu haben, gibt es für die Börsianer genug. Der bedeutendste: Wie geht es in Griechenland weiter? In dem angeschlagenen Land gibt es am 25. Januar Neuwahlen. Der linkspopulistischen Partei Syriza werden gute Chancen eingeräumt, die künftige Athener Regierung zu führen.

Deren Chef Alexis Tsipras würde die strengen Sparauflagen von EZB, Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU-Kommission lieber heute als morgen abschütteln. Hielte sich Athen nicht an Absprachen, würden die internationalen Geldgeber den Geldhahn zudrehen - und die Rückzahlung bereits geleisteter Milliardenhilfen wäre fraglich. Möglicherweise wird Griechenland dann die Eurozone verlassen.

Grexit verkraftbar

Für die europäischen Banken wäre das nicht allzu dramatisch. Ihr Exposure in Griechenland haben sie bereits deutlich zurückgefahren. Die Commerzbank ist mit insgesamt 300 Millionen Euro in Griechenland engagiert, die Deutsche Bank mit 200 Millionen.

Die Frage ist aber: Bliebe es beim Griechenland-Austritt? Oder geht Italien ebenfalls raus? Und was ist mit dem Rest Südeuropas? Ein Exodus würde die Banken hart treffen – die Deutsche Bank etwa ist mit Milliarden Euro in Südeuropa engagiert, wobei nicht klar ist, wie viel von dem Exposure gehedgt ist.

Alles wartet nun darauf, wann Mario Draghi in großem Stil Staatsanleihen kaufen wird. Sobald er es tut, müssen sich die Anleger keine Sorgen machen, dass die Renditen für südeuropäische Bonds durch die Decke gehen, was bei einem Austritt Griechenlands zwangsläufig passieren würde.

Chancen für Mutige

Kriegt die Deutsche-Bank-Aktie 2015 endlich die Kurve? Gute Gründe dafür gibt es einige: QE, besser als erwartete Erträge im Investmentbanking, anziehende M&A-Aktivitäten. Zudem soll der Vorstand dem Aufsichtsrat eine neue Strategie vorlegen, wie der Buchwert gesteigert werden kann. Die Aktie bleibt ein Kauf für Mutige, die den Stopp bei 21,50 Euro setzen. Die Commerzbank ist ebenfalls ein spekulativer Kauf. Hier sollte der Stopp bei 9,80 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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