Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Brechen jetzt alle Dämme?

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Der Tag hatte so gut angefangen – und nun ist die Stimmung im Bankensektor gekippt. Einer der Gründe ist die Krise der italienischen Banken, die immer weitere Kreise zieht.

Die EZB macht in Sachen italienische Bankenkrise Druck. Die Zentralbanker fordern von der Bank Institut Monte dei Paschi di Siena (BMPS) einen schnelleren Abbau der Problemkredite. Die Bank soll bis zum 3. Oktober klipp und klar sagen, wie sie den Anteil der faulen Kredite bis 2018 auf 20 Prozent reduzieren will. Derzeit liegt der Anteil bei 41 Prozent, das ist der höchste Wert aller italienischen Banken.

Kursziel gesenkt

Ebenfalls für schlechte Stimmung sorgen einige Kurszielsenkungen von Exane BNP Parisbas. Die Experten sehen den fairen Wert der Deutschen Bank nun nur noch bei zehn Euro nach zwölf Euro.

Das Kursziel für die Commerzbank hat Exane BNP Paribas von 10,80 auf 9,60 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Neutral" belassen. Exane BNP Paribas begründet die Kurszielsenkungen mit höheren Eigenkapitalkosten. Ausgehend von einem eigenen "Stresstest" prognostizieren die Analysten einen Rückgang der Vorsteuergewinne der Branche bis 2018 um knapp ein Drittel. Nun müsse aber erst einmal abgewartet werden, wie es mit den Briten und der EU weitergehe.

Antizyklische Chance bei der Commerzbank

Commerzbank und Deutsche Bank notieren unter ihren Tiefs während der Finanzkrise. Der Markt rechnet offensichtlich mit einer neuen Finanzkrise, wahrscheinlich sogar mit dem Zusammenbruch des Euro. Doch das will EZB-Chef Mario Draghi unter allen Umständen verhindern. Er wird den Banken im Notfall faule Kredite en masse abkaufen. Die Commerzbank ist mit einem KBV von 0,3 historisch günstig bewertet. Mutige Anleger, die auf eine Gegenbewegung setzen wollen, setzen den Stoppkurs bei 4,20 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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