Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: Santander erhöht das Kapital - kommt jetzt die Übernahme?

Bewegung in der Bankenbranche. Die neue Präsidentin der spanischen Großbank Santander, Ana Botín, setzt den nächsten Meilenstein ihrer erst viermonatigen Amtszeit und will über Nacht frisches Geld einsammeln. Wofür bloß?

7,5 Milliarden Euro will Botín bei der Kapitalerhöhung einnehmen. Dies gab die Bank am Donnerstag bekannt. Zudem will Santander die Dividendenpolitik ändern und in diesem Jahr pro Quartal jeweils fünf Cent pro Aktie an ihre Anteilseigner ausschütten.

Investoren hatten zuletzt Zweifel an der Kapitalstärke der Bank geäußert. Santander zählt zu den wenigen Banken in Europa, die bei der regelmäßigen Veröffentlichung ihrer Kapitalquoten noch nicht die künftig geltenden Regeln voll anwenden. Das schürte Misstrauen, auch wenn das Institut den Gesundheitscheck der europäischen Zentralbank im vergangenen Jahr relativ locker bestanden hatte.

Allerdings hatten Konkurrenten zuletzt wesentlich aggressiver ihre Kapitalpuffer gestärkt. So sammelte die Deutsche Bank Mitte 2014 rund 8,5 Milliarden Euro ein. Santander, nach Marktwert die größte europäische Bank, drohte ins Hintertreffen zu geraten. Mit der Kapitalerhöhung verschafft sich das Geldhaus nun auch neue Spielräume für Wachstumschancen.

Wachstum durch Übernahmen? Seit Langem wird an der Börse gemunkelt, dass Santander ein Auge auf die Commerzbank geworfen hat. Greifen die Spanier jetzt zu? In Frankfurt heißt es, Santander plane eine Übernahme in Brasilien. Eine Übernahme der Commerzbank ist derzeit noch kein Thema, meinte ein Händler. Der Bund wolle ja seinen 17-Prozent-Anteil an der Commerzbank bis mindestens 2016 halten.

Der Ausstieg kommt – aber es dauert noch

Ein gutes Angebot würde der Bund mit Sicherheit nicht ausschlagen. Santander müsste aber schon ein gutes Pfund auf den aktuellen Börsenwert aufschlagen. Immerhin hat der Bund für seinen 17-Prozent-Anteil 5,1 Milliarden Euro bezahlt. Jetzt ist der Anteil drei Milliarden Euro weniger wert. Trotzdem: Früher oder später wird der Bund verkaufen (müssen), was der Aktie latente Kursfantasie verleiht. Mutige Anleger mit einem langen Atem bleiben dabei und setzen den Stopp bei 9,80 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank vor Mega-Kaufsignal

Die Commerzbank gehört im laufenden Jahr zu den Unternehmen mit dem höchsten Kursplus im DAX. Das Wertpapier bringt es auf 33 Prozent seit dem Jahreswechsel. Der Leitindex kann mit Plus zwölf Prozent Gewinn nicht mithalten. Die Notierung der Commerzbank könnte den Vorsprung bald sogar noch ausbauen. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Zweistellige Kurse voraus

Die Aktie der Commerzbank gehört zu den besten Werten des DAX im laufenden Jahr. Seit Jahresbeginn liegt die Notierung bereits 34 Prozent im Plus. Der Leitindex schaffte bisher nur 12 Prozent. Die Marke von 10,00 Euro kann bereits diese Woche fallen. DER AKTIONÄR erklärt, was Anleger dann erwartet. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: So will Zielke profitabler werden!

Die Commerzbank hat im Auftaktquartal ein höheres Ergebnis erzielt als erwartet. Die niedrigen Zinsen bremsen die Bank jedoch weiterhin. Vorstandsvorsitzender Martin Zielke sagt: „Es wird noch Zeit brauchen, bis unser Wachstum die Belastungen aus dem negativen Zinsumfeld deutlich übertreffen wird“. … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Da ist das Ding!

Die Erwartungen an die Zahlen der Commerzbank für das erste Quartal sind vergleichsweise gering gewesen. Analysten gingen im Schnitt nur von einem Nettogewinn von 107 Millionen Euro aus. Vorstandsvorsitzender Martin Zielke überraschte die Märkte aber mit einem Gewinn von 217 Millionen Euro. Im … mehr