Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: Neue Strategie - aber hilft das auch der Aktie?

Die Commerzbank sucht neue Wege, ihre Produkte künftig an den Mann zu bringen. Deutschlands Nummer 2 will Kundendaten künftig genauer nach Geschäftsmöglichkeiten durchforsten.


"Wir wollen unseren Kunden künftig passgenauere Angebote machen. Dazu müssen wir die Daten, die wir haben, besser nutzen", sagte der Bereichsvorstand für das Privatkundengeschäft, Michael Mandel, der dpa und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt. "Früher hatten wir Produkte und haben dazu die passenden Kunden gesucht. Das drehen wir jetzt um."

Wer sich als Kunde oder Interessent im Online-Angebot der Commerzbank umsieht und sich dort identifiziert, dem kann das Geldhaus künftig individuell gestaltete Seiten liefern - etwa weil sich jemand gerade für eine Baufinanzierung interessiert oder für eine Fondsanlage.

Dabei gehe es um Service, nicht um den gläsernen Kunden, versicherte Mandel: "Wir halten die Datenschutzbestimmungen sklavisch ein." Mandel betonte: "Wir sind keine amerikanische Datenkrake. Das werden wir auch nicht werden. Dass wir aber Daten, die wir haben, intelligenter nutzen, erwarten Kunden von uns."

Besser vernetzen will Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus zudem seine verschiedenen Kanäle - von der Filiale, über die Beratung am Telefon bis zu Internet und mobilen Services. "Ziel ist, dass es keine Prozess-Brüche mehr gibt und das möglichst alles digitalisiert ist", sagte Mandel. Dafür baut der DAX-Konzern eine sogenannte Cross-Channel-Plattform.

Bis dort alle Produkte integriert seien, werde es drei bis vier Jahre dauern. "Beginnen wollen wir 2016", sagte Mandel. "In einem ersten Schritt wollen wir die Zahl unserer Produkte auf rund 250 halbieren. Die Kunden werden das aber nicht merken, weil wir zum Teil Produktdubletten haben oder auch noch historische Angebote aus der Dresdner-Bank-Zeit."

Ergänzt werden soll das Angebot bei Konsumentenkrediten. Nach guten Erfahrungen mit der Vermittlung von Konkurrenzangeboten in der Baufinanzierung will die Commerzbank im nächsten Jahr eine solche offene Plattform auch für Ratenkredite schaffen. "Wir testen das gerade. Wenn das gut bei den Kunden ankommt, werden wir das bundesweit ausrollen", sagte Mandel.

Unterstützung bei neun Euro

Die neue Strategie überzeugt die Börse noch nicht recht – die Aktie notiert am Montagmorgen leicht im Minus. Investierte Anleger bleiben weiterhin wachsam, denn die Unterstützung bei neun Euro ist nur einen Katzensprung entfernt.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Back to the roots

Deutsche-Bank-CEO John Cryan lässt beim Umbau des Unternehmens keinen Stein auf dem anderen. Doch genau das könnte sich auszahlen. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Bank mit der neu gegründeten Kapitalmarktsparte Global Capital Management Großkonzerne vom Börsengang bis hin zu … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank bald günstigster DAX-Wert?

Bei der Deutschen Bank läuft es derzeit einfach. Letzte Woche konnte mit der Einigung um die Manipulation des Referenzzinssatzes Euribor ein weiterer Rechtsstreit beigelegt werden. Die Bank bietet mit der neuen Kapitalmarktsparte für Unternehmen zudem nun eine Betreuung aus einem Guss an. Und wenn … mehr
| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Euribor-Streit beendet

Die Deutsche Bank kann eine weitere juristische Baustelle schließen: Im Rechtsstreit um die Manipulation des Referenzzinssatzes Euribor wurde mit den US-Behörden am Montagabend eine vorläufige Einigung erzielt. Im freundlichen Gesamtmarkt kann die Aktie am Dienstag daraufhin moderat zulegen. mehr