Commerzbank
- Marion Schlegel - Redakteurin

Commerzbank mit Kapitalerhöhung: So urteilen die Analysten

Die Commerzbank schafft Fakten: Das teilverstaatlichte Geldhaus nutzt das derzeit gute Börsenumfeld für eine überraschende Kapitalerhöhung. Das Institut kündigte am Montag an, über Nacht zehn Prozent neue Aktien ausgeben zu wollen und so 1,4 Milliarden Euro frisches Geld einzusammeln. Vorrangiges Ziel ist es, die Kapitalpuffer zu verbessern. Damit reagiert die Commerzbank auf die immer strengeren Anforderungen von Aufsehern und Investoren. In den vergangenen Jahren hatte die Commerzbank bereits mehrfach Milliarden durch Kapitalerhöhungen eingesammelt, um die in der Finanzkrise erhaltene Staatshilfe zurückzuzahlen.

Über den Erwartungen

Rückenwind für die neue Kapitalerhöhung geben gute Ergebnisse im ersten Quartal, mit denen die Bank Analystenschätzungen deutlich übertraf. So stieg der Überschuss von 200 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 366 Millionen, operativ verdoppelte die Commerzbank ihr Ergebnis im Zeitraum Januar bis März. Treiber waren zum einen bessere Geschäfte mit Kunden: So kletterten die Erträge um fast ein Viertel auf 2,8 Milliarden Euro. Die Bank profitierte von einem starken Kapitalmarktgeschäft und von anziehenden Aktivitäten der Kunden. Auch die Risikovorsorge konnte die Bank herunterfahren.

Analysten skeptisch

Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für die Commerzbank nach Ankündigung der Kapitalerhöhung auf "Sell" mit einem Kursziel von 8,80 Euro belassen. Die Maßnahme sei zwar ein positiver Schritt, schrieb Analyst Matteo Ramenghi in einer Studie vom Montag. Die Kernkapitalquote der Bank sollte danach zu europäischen Wettbewerbern aufschließen. Die gleichzeitig vorgelegten Eckdaten des ersten Quartals seien besser ausgefallen als erwartet, die Qualität der Ergebnisse sei allerdings durchwachsen.

Die US-Bank Citigroup hat die Einstufung für die Commerzbank hingegen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 12 Euro belassen. Die Eckdaten des ersten Quartals seien stark ausgefallen, erklärte Analyst Andrew Coombs am Montag. Er will jedoch genauere Details abwarten, bevor er eindeutige Schlüsse zieht. Die Kapitalmaßnahmen sollten alle Sorgen um die Finanzstärke der Bank beseitigen. Er rechnet jedoch mit einer Verwässerung, die die Markterwartungen beim Überschuss je Aktie um einen hohen einstelligen Prozentsatz drücken dürfte.

DER AKTIONÄR bleibt bei seinem Kursziel von 14 Euro. Der Stopp sollte bei 10,80 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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