Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: "Kurseinbruch ist übertrieben"

Die Aktie der Commerzbank ist nach den Zahlen zum ersten Quartal von der Börse verprügelt worden. Commerzbank-Experte Philipp Häßler von equinet meint: Die Probleme seien nicht von der Hand zu weisen, allerdings übersehe die Börse auch die Chancen.


DER AKTIONÄR: Herr Häßler, wie fanden Sie die Quartalszahlen der Commerzbank?

PHILIPP HÄSSLER: Schlecht, aber nicht so schlecht, dass es einen Absturz von zehn Prozent rechtfertigt.

Fürchtet die Börse vielmehr eine hohe Strafe wegen der Cum-ex-Geschäfte?

Ich vermute, dass das ein wichtiger Grund für den Kursrutsch ist. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass die Commerzbank letztendlich wirklich signifikante Strafzahlungen leisten muss.

Die Commerzbank hat aber noch andere Probleme: die niedrigen Zinsen, Konkurrenz durch Fintechs, ein schwieriges Börsenumfeld. Der operative Gewinn brach folglich im ersten Quartal auf 273 Millionen Euro ein. Was muss der neue Chef Martin Zielke tun?

Mit einer Eigenkapitalrendite von unter fünf Prozent ist die Commerzbank unterdurchschnittlich profitabel. Im aktuell schwierigen Marktumfeld ist Ertragswachstum nicht einfach. Daher wird Herr Zielke sein Augenmerk vermutlich auf die Kostenseite legen müssen.

Wie stark kann der operative Gewinn dann steigen?

Sagen wir mal, Zielke spart wirklich kräftig und das Kapitalmarktumfeld verbessert sich merklich, dann könnte der operative Gewinn auf zwei Milliarden Euro im Jahr steigen.

Wie stufen Sie die Aktie ein?

Nach dem Kurseinbruch ist die Aktie im Branchenvergleich günstig bewertet. Allerdings habe ich meine Gewinnschätzungen für 2016 und 2017 gesenkt, ebenso mein Kursziel: von zwölf auf zehn Euro. Die Aktie ist aber kaufenswert.

Vielen Dank für das Interview.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank: Viel zu teuer

Das Referendum in Italien am kommenden Sonntag sorgt an den Märkten für Nervosität. Nicht nur italienische Bankaktien wurden in den vergangen Tagen abverkauft. In Deutschland standen auch die Commerzbank und die Deutsche Bank auf der Abschussliste der Anleger. Egal wie die Abstimmung in Italien … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Ausgestoppt!

Das Referendum in Italien wirft seine Schatten voraus: Am nächsten Sonntag stimmen die Südländer über eine Verfassungsreform ab und damit über die politische Zukunft von Premier Matteo Renzi. Scheitert die Abstimmung, könnte Renzi zurücktreten. Die eurokritische Partei 5-Sterne liegt derzeit in … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Hier winken satte Gewinne

Die Commerzbank erfindet sich gerade neu. Mit den Zahlen zum abgelaufenen Quartal hat CEO Martin Zielke gezeigt, dass die Bank auf einem guten Weg ist. Eine Fusion mit dem Kundengeschäft stehe derzeit nicht auf der Agenda, so Commerzbank-Vorstand Michael Mandel gegenüber dem Handelsblatt. Vielmehr … mehr