Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: Darauf kommt es jetzt an

Die Commerzbank hat mit den Zahlen für das erste Quartal nicht wirklich überzeugt. Die Aktie hat ihren Reiz verloren – vorerst jedenfalls. Wie geht es bei Deutschlands zweitgrößter Bank weiter? Hat die Aktie noch Potenzial? Analysten wie Philipp Häßler von Equinet werden zunehmend skeptisch.

Häßler sieht das Kursziel für die Aktie bei 13 Euro. Der Titel sei derzeit nicht mehr als eine Halte-Position. Den Kursrutsch nach den Zahlen für das erste Quartal begründet Häßler mit zu hohen Erwartungen. „Die Commerzbank hat vor Steuern 324 Millionen Euro verdient“, so Häßler im Gespräch mit dem AKTIONÄR. „Die Konsensschätzung für das Gesamtjahr lautet auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Vermutlich befürchten die Anleger, dass die Erwartungen zu hoch sind – zumal das erste Quartal traditionell das beste Quartal im Jahr ist. Außerdem ist die Aktie in diesem Jahr sehr gut gelaufen, sodass vielleicht einige Inves­toren jetzt einfach mal Gewinne realisiert haben.“

 „Blessing hat noch viel zu tun“

Konzernchef Blessing muss sich laut Häßler weiter auf den Abbau der Non-Core-Assets konzentrieren. „Bis die sogenannte Bad Bank ganz verschwunden ist, wird es noch lange dauern. Zehn Jahre, eher mehr.“ Im Moment komme Blessing gut voran. „Die Nachfrage etwa nach dem Paket von spanischen Immobilienkrediten ist hoch. Diesen Rückenwind wird Blessing weiter nutzen. Aber natürlich muss er schauen, dass mit dem Abbau der Assets, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören sollen, nicht zu viele Erträge wegfallen. Er hat noch viel zu tun.“

Abwarten

Zwar hat die Commerzbank hat in den vergangenen Quartalen sehr gute Fortschritte gemacht, vor allem was die hauseigene Bad Bank betrifft. Allerdings ist die Aktie bereits sehr gut gelaufen und hat schon viel Positives eingepreist. Derzeit fehlen die kurzfristigen Kurstreiber. Spannend wird es erst wieder in drei Monaten, wenn die Bank die Zahlen für das zweite Quartal vorlegt. Die Aktie fiel vor Kurzem unter den Stoppkurs des AKTIONÄR. Anleger sollten mit einem Neu-Engagement abwarten, bis die Korrektur beendet ist.

(Mit Material von dpa-AFX)

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