Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: Brutaler Absturz - und jetzt?

Die Unruhe an den Kapitalmärkten und die Folgen der Niedrigzinsen haben die Commerzbank im ersten Quartal hart gebremst. Die Markterwartungen könnten zurückgenommen werden.

Die Commerzbank hat beim operativen Gewinn einen Einbruch um 60 Prozent auf 273 Millionen Euro verbucht. Damit fiel die erste Zwischenbilanz unter dem neuen Vorstandschef Martin Zielke wie erwartet bescheiden aus.

Vor allem im Investmentbanking gab es herbe Einbrüche. Dabei hinterließ wie bei anderen Instituten auch die Talfahrt an den globalen Finanzmärkten in den ersten beiden Monaten Spuren. Schwächer lief es wegen des Zinstiefs auch im Geschäft mit dem Mittelstand. Dagegen verbuchte das Privatkundengeschäft erneut einen Gewinnzuwachs, wenn auch nur vor allem dank einer 44 Millionen Euro schweren Sonderdividende aus einer Beteiligung. Die Sparte lockte unter dem Strich weitere 59.000 Kunden an.

Nach dem schwachen Auftakt werde es nun „deutlich ambitionierter", das Ergebnis von gut einer Milliarde Euro aus dem Vorjahr zu erreichen. Damit wiederholte die Bank Aussagen von Zielkes Amtsvorgänger Martin Blessing, der sich mit einer indirekten Gewinnwarnung bei der Hauptversammlung im April von den Aktionären verabschiedet hatte.

Stabil blieben im ersten Quartal die Kapitalpuffer. So hielt sich die harte Kernkapitalquote bei 12 Prozent. Damit liege die Bank im europäischen Mittelfeld, sagte Finanzchef Engels.

Stopp beachten

Die Zahlen für das erste Quartal sind enttäuschend, keine Frage. Die Markterwartungen für das Gesamtjahr werden nun sinken, vermutlich um mehr als fünf Prozent. Allerdings dürfte das im Aktienkurs bereits eingepreist sein, schließlich verliert die Commerzbank-Aktie am Dienstag 7,5 Prozent. Mutige Anleger bleiben investiert und beachten den Stopp bei 6,15 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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