Coca-Cola
- Andreas Deutsch - Redakteur

Coca-Cola: Her mit dem Pot!

Coca-Cola-Chef James Quincey erfindet den Getränke-Multi gerade neu: Weniger zuckrige Limo, dafür Sportdrinks und Kaffee. Hoch im Kurs steht Cannabis. Die Aktie des Traditionskonzerns kommt in Wallung.

Die Meldung, dass Coca-Cola Cannabis-Drinks auf den Markt bringen will, hat wie eine Bombe eingeschlagen. Die Aktien der Cannabis-Hersteller gehen durch die Decke. Die Analysten überschlagen sich mit positiven Prognosen für das Rauschmittel. Vivien Azer, Expertin bei Cowen, erwartet, dass in den USA die Erlöse mit Marihuana im Jahr 2030 die von Cola und Limonade überholen werden. Mit Cannabis, egal in welcher Form, würden die Hersteller dann 75 Milliarden Dollar einnehmen.

Coca-Cola-Chef James Quincey will ein Stück vom Hasch-Keks abhaben. Der Konzern will offenbar Wellness-Getränke mit Cannabidiol (CBD) auf den Markt bringen. CBD ist der Inhaltsstoff in Marihuana, der keine psychoaktive Wirkung hat. Offenbar befindet sich das Unternehmen in Gesprächen mit Aurora Cannabis.

Einem Bericht des Hemp Business Journal zufolge wird der Umsatz mit CBD in zwei Jahren bei 2,1 Milliarden Dollar liegen – nach gerade einmal 200 Millionen im vergangenen Jahr.

Zahl der Cannabis-Konsumenten in den USA (in Tausend)

  Quelle: Statista

Nächster Koffeinkick

Bei Coca-Cola tut sich noch mehr. Vor Kurzem ist der US-Konzern ins Kaffeegeschäft eingestiegen. Die Übernahme der britischen Coffeeshop-Kette Costa lässt sich der US-Konzern 5,1 Milliarden Dollar kosten. Zwar liegt Costa mit 4.000 Filialen meilenweit hinter Marktführer Starbucks mit 28.000 Shops, doch die Briten haben in den letzten Jahren ein atemberaubendes Wachstumstempo hingelegt. 2011 beliefen sich die Erlöse auf gerade einmal 520 Millionen Dollar, 2017 waren es bereits 1,6 Milliarden.

2019 dürfte Costa knapp 350 Millionen Dollar zum Coca-Cola-Gewinn beisteuern. Das KGV sänke um einen Punkt auf 20.

Läuft gut

Coca-Cola-Chef hat verstanden, was der moderne Kunde möchte: weniger Zucker, dafür innovative, besonders schmeckende Produkte, die man ohne Reue genießen kann. Das Unternehmen ist eine Dividendenmaschine: Seit 1920 zahlt Coca-Cola regelmäßig Dividenden, seit 55 Jahren hat der Konzern die Dividende stets erhöht. Derzeit bekommen Anleger eine Rendite von 3,5 Prozent. Dazu gibt es – für einen defensiven Wert – reichlich Kursfantasie. Kaufen.

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| Tamara Bauer | 0 Kommentare

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