Xilinx
- Benedikt Kaufmann

Xilinx: Chips für Künstliche Intelligenz

Dank positiver Analystenstimmen legen die Aktien des Chip-Herstellers Xilinx im heutigen Handel um vier Prozent zu. Die Story: FPGAs eignen sich hervorragend für KI-Anwendungen. Schützenhilfe gibt es jedoch auch vom größten Konkurrenten Intel und von wilden Übernahmegerüchten.

Joseph Moore von Morgen Stanley schreibt, nachdem er die „Hot Chips Konferenz“ an der Universität Standford besucht hat, dass Spezial-Chips für Künstliche Intelligenz in diesem Jahr das bestimmende Thema gewesen seien. Die Chips, die sich in diesem Bereich besonders eignen, seien: GPU (Graphics Processing Unit), FPGA (Field Programmable Gate Arrays) und ASIC (Application Specific Integrated Circuits).

Moore schreibt: „Während alle drei Lösungen beeindruckend sind, sind wir überrascht von der wachsenden Bedeutung der FPGAs – drei von sieben der weltweit größten Cloud-Anbieter präsentierten eine FPGA-Strategie“. Der Analyst meint damit die Xilinx-Kunden Amazon (AWS) und Baidu sowie die neu angekündigte Verwendung von Intel-FPGAs in Microsofts Server-Zentren.

Wachsende Umsätze

Derartige Großkunden sind nicht nur wegen des hohen Auftragsvolumens für Xilinx interessant – zusätzlich halten die Cloud-Anbieter die Aufrüstungszyklen ihrer Hardware möglichst gering, um ihren Kunden immer die bestmöglichste Technik anzubieten. Die schafft nachhaltige und wachsende Umsätze.

Für das laufende Quartal erwartet Xilinx Umsätze von 605 bis 635 Millionen Dollar, zudem könnte sich die operative Marge leicht verbessern auf 71 Prozent (aktuell 69 Prozent). Es dürfte damit noch dauern, bis die Entwicklung von neuen Fertigungsprozessen für Halbleiter (Strukturgrößen von 14nm und 10nm) und von Produkten für die Märkte Autonomes Fahren und Künstliche Intelligenz (Zynq 7000 SoC und Zynq Ultrascale+) erste Früchte trägt.

Abschließend lieferte der Kurznachrichtendienst Twitter noch wilde Spekulationen über ein mögliches Softbank-Engagement beziehungsweise eine Übernahme. Xilinx gab bisher keinen Kommentar zu den Gerüchten ab.

Chip-Aktie mit Nachholpotential

DER AKTIONÄR ist überzeugt, dass Xilinx neben der Marktführerschaft im FPGA-Bereich auch bei den Zukunftstrends des Computing mithalten dürfte. Dass die großen Player hier schon teilweise auf Xilinx-Produkte vertrauen, zeigen die Deals mit AWS und Baidu. Insbesondere die erneut wachsenden Umsätze stimmten Anleger wieder zuversichtlicher, nachdem die Aktie im laufenden Jahr weit unter dem SOX (PHLX Halbleiter Sektorindex) performte. Der Zielkurs für Xilinx liegt bei 72 Euro. Abgesehen vom Kurs- und Nachholpotential hat Xilinx auch seit 2004 die Dividenden konstant erhöht - die aktuelle Rendite beträgt allerdings dennoch nur 0,7 Prozent.

 

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