Nordex
- Michael Schröder - Redakteur

Cancom, Dialog, Nordex, Mophosys und LPKF Laser: Für jeden Geschmack etwas dabei

TecDAX-Aktien haben sich als spekulative Beimischung bewährt – sie geben dem Depot die nötige Würze. Doch welche Aktien schmecken den Investoren am besten? DER AKTIONÄR hat fünf Depotzutaten aus dem Auswahlindex unter die Lupe genommen.


In den vergangenen zehn Jahren konnte der TecDAX mit zwei Ausnahmen stets eine positive Jahresperformance ausweisen. Die beiden negativen Ausreißer hatten es in sich: Im Jahr 2011 betrug das Minus knapp 20 Prozent, 2008 stand sogar ein Verlust von fast 50 Prozent zu Buche. Im laufenden Jahr dominieren ebenfalls rote Vorzeichen. Während des turbulenten Jahresstarts hat es einige Aktien kräftig durchgeschüttelt. Doch die Technologie-Bullen müssen den Kopf nicht in den Sand stecken. Es gibt Gründe, warum Hightech made in Germany auch im laufenden Jahr gefragt bleibt.

Cancom wächst auf allen Ebenen. Schon im laufenden Jahr könnte die Umsatz-Milliarde geknackt werden. Unter dem Strich könnten dann bereits mehr als zwei Euro Gewinn je Aktie stehen. Dabei wird der Fokus des IT-Dienstleisters noch mehr auf dem Geschäft mit Cloud-Lösungen liegen. Schon heute erzielen die Münchner ein Fünftel des Umsatzes mit Services rund um die Cloud. Das Geschäft generiert hohe Margen und sollte in Zukunft stark wachsen. Insgesamt will Vorstand Klaus Weinmann jedes Jahr beim Umsatz um 15 Prozent wachsen, beim Gewinn sogar noch stärker. 50 Prozent dieses Wachstums sollen durch Zukäufe generiert werden. Aufgrund der starken Entwicklung wird Cancom in Branchenkreisen aber auch selber als Übernahmekandidat genannt.

Die Aktie von Dialog Semiconductor halbierte sich im letzten halben Jahr annähernd. Neben der geplanten, teuren Übernahme von Atmel drückte vor allem die Absatzschwäche bei Apple auf den Kurs. Belastungsfaktor Nummer 1 hat sich in Luft aufgelöst. Da Microchip einen höheren Preis für Atmel bietet und Dialog das Angebot nicht nachbessern will, dürfte Microchip zum Zug kommen. Im Umkehrschluss heißt das, dass Dialog netto 100 Millionen Dollar Konventionalstrafe von Atmel erhalten wird. Mit dem Geld könnten gut fünf Prozent der Aktien zurückgekauft werden. Kann Apple mit der nächsten Neuauflage des iPhone mit einem günstigeren Modell in den Schwellenländern einen Nachfrageschub auslösen, hätte dies auch einen positiven Effekt für Zulieferer Dialog.

Bei LPKF Laser hatten Anleger zuletzt wenig Grund zur Freude. Seit dem Hoch im März 2015 hat sich der Kurs halbiert. Begleitet war die Talfahrt von einer schwachen operativen Entwicklung und einer Reihe von Gewinnwarnungen. Vor allem die zyklisch bedingt gesunkene Nachfrage nach der Laser-Direkt-Strukturierung (LDS) der Niedersachsen schlug den Investoren auf den Magen. Nachdem hier die Erwartungen auf ein Minimum geschrumpft sind und Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet wurden, setzen erste Analysten auf eine Trendwende und ein moderates Wachstum getragen durch neue Produkte und den Bereich „Kunststoffschweißen“ sowie das Solargeschäft. Beim Bankhaus Lampe wird für 2016 beim Umsatz ein Anstieg auf 105 Millionen Euro (Vorjahr: 87 Millionen Euro) sowie mit der Rückkehr in die Gewinnzone und 0,13 Euro Gewinn je Aktie gerechnet. Ebenfalls positiv: In den vergangenen Wochen hat es aus der LPKF-Führungsriege eine Reihe von Insiderkäufen gegeben. LPKF ist eine heiße Wette auf einen Turn-around.

Der schwache Gesamtmarkt und eine Abstufung der US-Bank JPMorgan haben zuletzt für Druck beim deutschen Vorzeige-Biotechwert Morphosys gesorgt. Die Analysten haben ihre Empfehlung von „Overweight“ auf „Neutral“ und das Kursziel von 87 auf 66 Euro gesenkt. Das klingt dramatisch, bei genauerem Hinsehen bedeutet dies aber immer noch ein Potenzial von mehr als 50 Prozent. Die Analysten kritisieren, dass 2016 die Kurstreiber fehlen würden. Diese Meinung kann der aktionär nicht teilen – im Gegenteil. Bereits im ersten Halbjahr sollen die entscheidenden Phase-III-Daten bei dem am weitesten fortgeschrittenen Projekt Bimagrumab veröffentlicht werden. Bimagrumab hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Breakthrough Therapy Designation erhalten. Von daher wäre hier im Fall positiver Phase-III-Daten eine Zulassung sogar noch 2016 möglich. Zudem stehen bei Guselkumab, ein weiteres Phase-III-Produkt, ebenfalls noch 2016 zulassungsrelevante Ergebnisse an. Und auch die firmeneigene Pipeline könnte für Aufmerksamkeit sorgen. Anleger mit Weitblick setzen auf Morphosys als Depotbeimischung.

Nordex liegt auch im rauen Marktumfeld gut im Rennen. Fast im Wochentakt laufen frisch abgeschlossene Aufträge über den Ticker. Im Jahr 2015 hat der Windanlagenbauer den Installationsrekord in Deutschland übertroffen. Gegen den Branchentrend steigerte Nordex seinen Marktanteil von 8,7 auf knapp zwölf Prozent oder umgerechnet 437 Megawatt. Auch international konnten die Nordlichter gegenüber der Konkurrenz zuletzt punkten. Die installierte Leistung kletterte im letzten Jahr von 1.490 auf 1.700 Megawatt. Der von vielen Experten erwarteten Normalisierung der Nachfrage hält der Vorstand entgegen. „Für 2016 gehen wir von einer deutlichen Steigerung unserer Errichtungsleistung aus“, so Vertriebschef Siegbert Pump. Der Aufwärtstrend bei Nordex ist intakt: bei der Aktie und bei den Aufträgen. Nach der Übernahme der Windkrafttochter der spanischen Acciona dürfte sich das nicht ändern.

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