Berkshire Hathaway
- Nikolas Kessler - Redakteur

Bye, bye Buffett: Berkshire Hathaway steigt bei GE aus

Warren Buffett verabschiedet sich mit seiner Investment-Holding Berkshire Hathaway von der Beteiligung am US-Konzern General Electric (GE) und setzt künftig lieber auf deren Finanz-Spin-Off Synchrony Financial. Das war aber nicht die einzige Änderung in Buffetts milliardenschwerem Aktien-Portfolio.

Wie aus dem Quartalsbericht der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hat Berkshire Hathaway die Beteiligung an GE zum Stichtag 30. Juni vollständig glattgestellt. Ende März hatte Berkshire noch einen Anteil von rund 10,6 Millionen Aktien im Wert von etwa 315 Millionen Dollar gemeldet.

Ähnlich wie bei der Bank of America oder Goldman Sachs war Buffett auf dem Höhenpunkt der Finanzkrise im Jahr 2008 mit hohem Discount bei GE eingestiegen. Anders als die beiden Großbanken hat sich die Aktie des Siemens-Konkurrenten seitdem allerdings vergleichsweise schwach entwickelt – zuletzt hatten enttäuschende Quartalszahlen und der Rücktritt des langjährigen CEOs Jeff Immelt den Verkaufsdruck erhöht.

Finanzen statt Industrie

Eingestiegen ist Berkshire dagegen bei der ehemaligen GE-Tochter Synchrony Financial, die im Jahr 2014 abgespalten wurde – rund 17,5 Millionen Aktien im Wert von rund 520 Millionen Dollar weißt der SEC-Bericht zum Ende des zweiten Quartals aus. Der Finanzdienstleister ist vor allem im Kreditkarten-Geschäft aktiv – ein Bereich, für den Buffett bekanntlich ein Faible hat.

Neben American Express, wo er der größte Anteilseigner ist, ist der Star-Investor auch an den Platzhirschen Visa und Mastercard beteiligt. Dass die Synchrony-Aktie aus Sorge vor der wachsenden Verschuldung der US-Amerikaner in diesem Jahr bereits 18 Prozent verloren hat, scheint Buffett dabei nicht zu stören, im Gegenteil: Bekanntlich schlägt er am liebsten zu, wenn andere ängstlich sind.

Die wichtigsten Transaktionen im Überblick

Deutlich zurückgefahren hat die Buffett-Holding zudem die Beteiligungen an Sirius XM Holdings (-20 Prozent) und IBM (-16 Prozent), beim Automobilzulieferer WABCO Holdings ist sie fast vollständig ausgestiegen (-98 Prozent). Kleinere Verkäufe im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich gab es ferner bei Wells Fargo sowie American Airlines, Delta Air Lines und United Continental.

Neu im Berkshire-Portfolio ist neben Synchnony Financial auch ein zehnprozentiger Anteil am Immobilien-Finanzierer Store Capital. Darüber hinaus wurden die bestehenden Beteiligungen an Liberty Sirius XM, sowie Bank of New York Mellon (+52 Prozent) und General Motors (+20 Prozent) signifikant aufgestockt.

Langfristig top!

Nachdem die Berkshire-B-Aktie zumindest auf Dollar-Basis zuletzt wieder deutlich zulegen und in der Vorwoche im Bereich von 180 Dollar ein neues Allzeithoch markieren konnte, halten sich die Impulse durch die jüngsten Käufe und Verkäufe in Grenzen. Für konservative Anleger ist die Buffett-Aktie auch weiterhin ein sehr gutes Langfrist-Investment.

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