Borussia Dortmund
- Maximilian Völkl

BVB-Aktie: Kapitalerhöhung – geht die Rallye jetzt weiter?

Die Fußball-WM in Brasilien ist in vollem Gange. Doch auch in der Bundesliga werden im Hintergrund weiterhin die Fäden gezogen. Borussia Dortmund treibt die Aufholjagd auf den Branchenprimus Bayern München voran. Am Freitag wurde eine Kapitalerhöhung vermeldet. Die finanzielle Lücke zum großen Rivalen soll dadurch geschlossen werden.

Die Kapitalerhöhung umfasst rund 6,1 Millionen neue Stückaktien zu je 4,37 Euro und wird komplett von Evonik Industries übernommen. Der Chemiekonzern verlängerte gleichzeitig das Hauptsponsorenverhältnis mit dem BVB um neun Jahre bis zur Saison 2024/2025. Wie der Bundeliga-Zweite mitteilte, will Evonik das Sponsorenverhältnis als Kommanditaktionär der Gesellschaft festigen und die bestehende Markenpartnerschaft ausbauen.

Durch die Übernahme der neuen Aktien wird Evonik zweitgrößter Einzelaktionär des BVB mit einem Stimmrechtsanteil von rund 9,06 Prozent des erhöhten Grundkapitals. Mit dem Emissionserlös soll die Eigenkapitalbasis gestärkt und die Möglichkeit geschaffen werden, wachstumsbeschleunigende Investitionen ohne Aufnahme von Fremdmitteln zu finanzieren.

Starke Sommerpause

Viele Anleger hatten erwartet, dass die BVB-Aktie in der Bundesliga-Sommerpause wenig Aktivität zeigen würde. Doch das Management hat seine Hausaufgaben gemacht. Die guten Nachrichten rund um die Borussia haben sich zuletzt überschlagen und den Aktienkurs zu einer wahren Rallye getrieben.

So konnte aus sportlicher Sicht mit dem Transfer des italienischen Torschützenkönigs Ciro Immobile ein echtes Ausrufezeichen gesetzt werden. Aus finanzieller Sicht war die Aufnahme in den SDAX sehr erfreulich. Zudem dürften Gerüchte um einen Einstieg der Deutschen Bank – die den Kurs ohnehin beflügelt haben – dafür gesorgt haben, dass der Verein zunehmend in den Fokus institutioneller Investoren rückt.

Noch immer unterbewertet

Trotz der deutlichen Kursgewinne der letzten Wochen ist Borussia Dortmund im Vergleich zu anderen Fußballvereinen nach wie vor massiv unterbewertet. So hat der chinesische Internetriese Alibaba zuletzt für 141 Millionen Euro 50 Prozent an Guangzhou Evergrande gekauft. Damit wäre die Mannschaft aus der südchinesischen Fußballprovinz mit einem Kaderwert von knapp 28 Millionen Euro höher bewertet als der BVB. Zum Vergleich: Die Mannschaft von Jürgen Klopp hat laut transfermarkt.de einen Marktwert von über 320 Millionen Euro. Dennoch ist der Verein nur mit 273 Millione Euro bewertet.

Angesichts der Kapitalerhöhung hat die BVB-Aktie am Freitag zwar gut zwei Prozent verloren, dass der Sponsor einsteigt, ist auf lange Sicht jedoch ein positives Signal. Das Kursziel des AKTIONÄR lautet 5,20 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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