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- Andreas Deutsch - Redakteur

Börsenexperte: Aktien - jetzt erst recht

Holger Schmitz hat früher mit André Kostolany zusammengearbeitet. Wie sein Idol lässt sich der Vermögensverwalter vom turbulenten Börsenjahr 2015 nicht aus der Ruhe bringen. Er hält die Sorgen der Anleger für unbegründet.

Holger Schmitz bleibt dabei: „Aktien sind fundamental und langfristig die beste Anlagemöglichkeit. Davon sollten sich die Anleger auch nicht ablenken lassen, wenn sie auf die Turbulenzen an den internationalen Märkten im dritten Quartal blicken.“

Die Sorgen um die US-Konjunktur, die viele Anleger haben, sei eine „fehlgeleitete Befürchtung“, meint Schmitz. „Unserer Ansicht nach hat die ausgebliebene Zinserhöhung jedoch keine konjunkturellen Ursachen. Der wahre Grund ist eher in der immensen Staatsverschuldung zu sehen, die eine Rückkehr auf ein auch nur ansatzweise normales Zinsniveau unmöglich macht.“

Steigende Zinsen würden dazu führen, dass die heillos überschuldeten Staaten reihenweise in den Bankrott getrieben würden, so Schmitz. „Ein solches Insolvenz-Szenario versuchen Politik und Notenbanken mit allen Mitteln so lange wie möglich hinauszuzögern.“

Übertrieben sei auch die Angst vor einer Schwäche Chinas. „Das Wachstum der Schwellenländer insgesamt hat sich zwar etwas verlangsamt, der Aufholprozess ist jedoch in Takt.“

Der wahre Grund für die Turbulenzen sei eine technische Gegenreaktion. „Nach den deutlichen Kursanstiegen mit Beginn im Herbst 2011, die sich an einigen Börsen ab Herbst 2014 sogar noch einmal verstärkten, war eine technische Gegenreaktion längst überfällig. Die Frage war daher nicht, ob die Korrektur kommt, sondern nur, wann sie kommt und von welchem Niveau aus.“

"Aktien sind ein Schutz"

Das wichtigste Argument für eine Kapitalanlage in Aktien ist und bleibt laut Schmitz langfristiger Natur: „Wer den Wert seines Vermögens dauerhaft bewahren will, kommt an Aktien nicht vorbei. Nur wer sich an der realen Wertschöpfung von Unternehmen beteiligt, hat einen verlässlichen Schutz vor drohender staatlicher Zwangsenteignung.“ Staatsanleihen und andere rein nominelle Anlageformen sind nur von leeren Versprechungen gedeckt, die
jederzeit zurückgezogen werden können. „Spanien hat unlängst rückwirkend eine landesweite Sparersteuer eingeführt. Nachahmer dürfen nicht weit sein.“

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| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

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