Boeing
- Martin Mrowka - Redakteur

Boeing erhöht Prognosen zu China-Nachfrage - diese Chartmarken sind nun wichtig

Dreamliner, Boeing, Flugzeug, B787, 20130128

China hat den weltweit am schnellsten wachsenden Flugzeugmarkt. Daran werden auch Handelsstreitigkeiten kaum etwas ändern. Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing hat nun seine langfristige Prognose für die Flugzeugnachfrage in China deutlich angehoben. Die Boeing-Aktie gibt dennoch nach.

In den nächsten 20 Jahren werde China 7.690 neue Flugzeuge im Wert von 1,2 Billionen US-Dollar ordern, um mit der boomenden Nachfrage von Verbrauchern und Unternehmen nach Flugreisen Schritt zu halten, gab Boeing in seinem Jahresbericht bekannt. "Das Wachstum in China kann der wachsenden Mittelschicht des Landes zugeschrieben werden, die sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht hat und sich in den kommenden zehn Jahren noch einmal verdoppeln wird", sagte Boeing-Manager Randy Tinseth der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die Zukunft der kommerziellen Luftfahrt in China ist sehr aufregend."

Kopf-an-Kopf-Rennen mit Airbus

Die Vorhersagen von Boeing basieren auf einer Mischung aus Daten zur Konjunktur und von Fluggesellschaften, die die möglichen Auswirkungen von geopolitischen oder wirtschaftlichen Turbulenzen nicht berücksichtigen. Angesichts der Handelsspannungen zwischen den USA und China könnten künftige Verkäufe also belastet werden.

Boeing hat in China gegenüber Airbus einen knappen Vorsprung von zwei Prozentpunkten (s.o.) Dieser Vorteil könnte gefährdet sein, wenn China kommerzielle Flugzeuge in seine Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA einbeziehen würde, schreibt Bloomberg. Noch ist unklar, ob Passagierjets von den zusätzlichen Strafzöllen auf Importe aus China über mehr als 200 Milliarden Dollar betroffen wären, die die US-Regierung unter Donald Trump zu erheben erwägt.

 

Vorerst ist Boeing von den Spannungen mit China nicht betroffen. Im vergangenen Jahr entfielen immerhin rund 13 Prozent des Umsatzes auf das Riesenreich. Im Jahr 2017 wurden 202 Flugzeuge an chinesische Fluggesellschaften ausgeliefert, im Vergleich zu 176 bei Airbus. In der aktuellen Prognose von Boeing heißt es, dass China insgesamt 5.730 Flugzeuge mit einem Gang im Passagierraum (Single-Aisl) benötigen würde, was 75 Prozent der gesamten Neulieferungen in den nächsten zwei Jahrzehnten ausmachen würde. Das Land brauche zudem 1.620 Großraumflugzeuge - eine Verdreifachung der aktuellen Flotte des Landes. Weltweit werde die Nachfrage in den nächsten 20 Jahren auf 31.360 Single-Aisl-Jets und 8.070 Großraum-Jets wachsen.

Der Aktienkurs von Boeing zeigte zuletzt leichte Abschläge, die vor allem technisch bedingt waren. Die US-Notierung prallte an einer kurzfristigen Abwärtstrendlinie bei gut 350 Dollar ab. Bei 335,75 Dollar verlaufen die 200-Tage-Linie sowie eine Aufwärtstrendlinie, die nicht unterschritten werden sollten. Im deutschen Börsenhandel sollte adäquat das Niveau um 294 Euro nicht nachhaltig durchbrochen werden, sonst droht ein weiterer Rückfall bis 280 Euro. Die Boeing-Aktie ist angesichts der Zukunftsperspektiven jedoch weiterhin langfristig haltenswert. DER AKTIONÄR hat als Ziel 355 Euro ausgegeben, wobei bei 235 Euro die Stopp-Loss-Reißleine gezogen werden sollte.

 

 

 

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