Allianz
- Werner Sperber - Redakteur

BO: Dirk Müller lobt die Allianz für die Blockchain-Stärke

Börse Online lässt Dirk Müller zu Wort kommen. Der Börsenhändler, Fondsmanager und Buchautor verweist auf die großen Herausforderungen für die Allianz aufgrund der niedrigen Zinsen. Das Versicherungs- und Vermögensverwaltungs-Unternehmen setzt deshalb auch auf Zukunftstechnologien wie Blockchain. Der Konzern hat kürzlich eine Blockchain für Finanzinstrumente erfolgreich getestet. Sowohl der Handel mit sogenannten Katastrophen-Anleihen (Cat-Bonds) als auch die Verwaltung dieser Wertpapiere lasse sich mit dem „digitalen Kassenbuch“ vereinfachen und deutlich beschleunigen. Solmaz Altin, im Vorstand für die Digitalisierung verantwortlich, sagt: „Auf unserem Weg hin zu einem digitalen Versicherer verspricht die Blockchain transparentere, bequemere und schnellere Leistungen für unsere Kunden.“ Die Aktie ist mit einem KGV von 8 für das nächste Jahr bewertet.

Blockchain-System: Irgendwo muss gespeichert werden, wie viel Geld auf Bankkonten oder anderen elektronischen Buchungsstellen vorhanden ist; irgendwo muss die Bank den Guthabenstand des Kunden speichern. Banken sind zwar in der Regel gut gegen Angriffe von Internet-Kriminellen oder andere Gefahren gerüstet. Dennoch bestehen Gefahren, denn, wer immer die Listen oder Datenbanken der Finanzinstitute kontrolliert, kontrolliert auch die Guthaben. Kriminelle, oder auch böswillige Regierungspolitiker, die eine Zwangsabgabe auf Spareinlagen beschließen, können sich zumindest theoretisch Zugriff auf das Vermögen der Bankkunden verschaffen. Ein auf Blockchain (Block-Kette) basierendes Zahlungssystem kann schützen, denn dabei werden die Informationen über die einzelnen Guthaben nicht in einer zentralen Datenbank, sondern dezentral bei allen Teilnehmern des Zahlungssystems gespeichert. Die Blockchain ist dabei lediglich eine Liste über alle jemals getätigten Transaktionen die an alle Teilnehmer geht, dabei im gesamten Netzwerk öffentlich und gleichzeitig anonym ist. Jeder Block enthält in Form einer Prüfsumme Verweise auf den vorhergehenden Block und die gesamte Block-Kette. Dadurch sind nachträgliche Änderungen der Blockchain ausgeschlossen. Einmal getätigte Transaktionen, die vom Netzwerk bestätigt wurden, können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wer dennoch manipulieren will, müsste sich den unbefugten Zugriff auf mehr als die Hälfte aller an einem Netzwerk beteiligten Computer verschaffen. Guthaben in einem auf der Blockchain basierenden Zahlungssystem werden in einer sogenannten Wallet, also einer (meist elektronischen und softwarebasierten) „Geldbörse“ aufbewahrt. Die Wallet besteht aus der Kombination aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel entspricht der Kontonummer in einem traditionellen Zahlungssystem. Allerdings muss die Identität eines Inhabers einer Wallet niemandem bekannt sein – es handelt sich also um die elektronische Entsprechung zu einem anonymen Nummernkonto. Der Besitzer einer Wallet erhält durch seinen privaten Schlüssel Zugriff auf sein elektronisches Konto. Jede Transaktion, die er tätigt, muss er mit seinem privaten Schlüssel signieren. Der private Schlüssel ist nur ihm bekannt. Obwohl der öffentliche Schlüssel und der private Schlüssel mathematisch ein fest verbundenes Paar bilden, ist es mathematisch so gut wie unmöglich, allein aus dem allgemeinen bekannten öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel zu erraten.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Allianz: Top Performer 2017

Der Allianz-Kurs kam in den vergangenen Tagen nicht recht vom Fleck, was an der Unsicherheit rund um die kommende Wahl in Frankreich und die schwachen Vorgaben des DAX liegt. Anleger sollten allerdings auch beachten, die Aktien haben sich im laufenden Jahr besser entwickelt als der europäische … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Allianz: Aufstand im Paradies trotz Outperformance

Die Allianz gilt in Deutschland als Inbegriff der Beständigkeit und vornehmer Zurückhaltung. Laute Töne sind nicht die Sache des Versicherungs- und Vermögensverwaltungskonzerns. Doch hinter den Mauern der Zentrale am Englischen Garten in München brodelt es. Grund ist der Führungsstil von CEO Oliver … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Allianz ist nicht zu stoppen: Neues Kaufsignal

Nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr ist es ruhig geworden um die Allianz. Aktionäre hatten sich Informationen zu geplanten Übernahmezielen von Oliver Bäte erhofft. Doch der Vorstandsvorsitzende hier zurückhaltend. Stattdessen wurde die Dividende erhöht und erstmals in … mehr