Royal Dutch Shell
- Werner Sperber - Redakteur

BO: Bei Royal Dutch Shell kommt es jetzt darauf an

Börse Online verweist auf die Internationale Energieagentur (IEA), welcher zufolge im vergangenen Jahr täglich zwei Millionen Fass Öl mehr gefördert als nachgefragt worden sind. Im laufenden Jahr soll pro Tag noch immer eine Million barrel (zu je 159 Liter) zu viel produziert worden sein. Die Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lagerten im August mit knapp 3,1 Milliarden barrel so viel wie nie zuvor. Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst der Commerzbank, jedoch schätzt: „Der weltweite Ölmarkt dürfte spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2017 unterversorgt sein.“ Ab dem übernächsten Jahr sollen die Vorräte schrittweise sinken.

Diese für die Öl-Konzerne guten Aussichten zeigen sich bereits in den Aktienkursen, doch die Branche bietet weiter gute Chancen für langfristig ausgerichtete Anleger. Das gilt vor allem für Royal Dutch Shell. Mit der Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal des laufenden Jahres hat das niederländisch-britische Unternehmen zwar enttäuscht. Doch Vorstandsvorsitzender Ben van Beurden begründete das folgendermaßen: „Die niedrigeren Ölpreise bleiben quer durch das Geschäft eine große Herausforderung.“ Zudem treibt die Übernahme des Wettbewerbers BG für 54 Milliarden Dollar kurzfristig die Kosten in die Höhe. Allerdings macht die Transaktion Royal Dutch Shell zum größten Händler von Flüssiggas (Liquified Natural Gas, LNG). Damit hat sich das Unternehmen in einem strategisch wichtigen Segment verstärkt. Um das Geschäft zu finanzieren, verkauft Van Beurden Randgeschäftsteile in großem Umfang. Alleine in diesem Jahr sollen sechs bis acht Milliarden Dollar aus diesen Verkäufen erlöst werden.

Charttechnisch ist die Notierung am Widerstand bei 26 Euro gescheitert. Jetzt geht es darum, die kurzfristige Aufwärtstrendlinie zu halten. Die Dividendenrendite ist jedoch ein starkes Kaufargument. Schätzungen zufolge soll die Dividendenrendite für das laufende Gesamtjahr 7,1 Prozent betragen. Das KGV für das nächste Jahr liegt bei 14. Börse Online rät vor diesem Hintergrund mit einem Kursziel von 29,50 Euro und einer Absicherung bei 19,50 Euro zum Kauf.

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