Bayer
- Marion Schlegel - Redakteurin

Bayer – der nächste heiße Übernahmekandidat im DAX?

Wertvollstes Unternehmen im DAX – diesen Titel kann Bayer für sich verbuchen. Seit Ende 2011 klettert das Papier des Chemie- und Pharma-Riesen von einem Hoch zum nächsten. Und diese Performance kommt nicht von ungefähr. Vor gut fünf Jahren übernahm der Niederländer Marijn Dekkers das Ruder bei dem Konzern und leitete bei den Leverkusenern eine neue Ära ein. Zunächst wurden ein groß angelegtes Sparprogramm verabschiedet, das Innovationsrad angekurbelt und kleinere Zukäufe getätigt. Im vergangenen Jahr folgten dann zwei große Deals. Im Mai erwarb Bayer den Bereich der rezeptfreien Medikamente vom US-Pharma-Riesen Merck & Co für gut zehn Milliarden Euro. Wenige Monate später kündigte man an, sich von der Kunststoffsparte trennen zu wollen: MaterialScience soll als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden. Damit wäre dann der Umbau zu einer vollständigen Ausrichtung auf die Life-Science-Geschäfte abgeschlossen. Bis 2016 will Bayer dann ein lupenreiner Anbieter in der Pharmaindustrie und Agrarwirtschaft sein.

Top positionierter Pharmabereich

Damit konzentriert sich Bayer in Zukunft auf seine beiden starken Standbeine. Große Hoffnungen liegen auf der gut gefüllten Entwicklungspipeline mit neuen Medikamenten. Konzernchef Dekkers erklärte hierzu, Bayer hoffe, bereits im kommenden Jahr die erste Zulassung für ein weiteres neues Krebsmedikament beantragen zu können, das bösartige Erkrankungen des Lymphsystems, sogenannte Non-Hodgkin-Lymphome (NHL), bekämpfen soll. „Es wäre ein wichtiger Fortschritt in der Krebsbehandlung“, sagte Dekkers. NHL sei weltweit die zehnthäufigste Krebserkrankung und für jährlich rund 200.000 Todesfälle verantwortlich. Erste klinische Stu­dien des Wirkmoleküls Copanlisib seien vielversprechend verlaufen. Insgesamt hat Bayer rund 50 potenzielle Medikamentenwirkstoffe in seiner Entwicklungspipeline, mehr als 15 davon in der fortgeschrittenen Phase III.

Neuentwicklungen der vergangenen Jahre sorgen inzwischen bei Bayer für Milliardenumsätze. Der Gerinnungshemmer Xarelto, das Augenmedikament Eylea, die Krebsmedikamente Stivarga und Xofigo sowie Adempas gegen Lungenhochdruck erzielten zusammen 2014 bereits einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr erwartet Bayer hier eine Umsatzsteigerung auf mehr als vier Milliarden Euro. Insgesamt erzielte Bayer in der Pharma­sparte im vergangenen Jahr mehr als zwölf Milliarden Euro Umsatz und währungsbereinigt elf Prozent Wachstum. Der Konzern zählt damit zu den wachstumsstärksten Vertretern der Branche.

Chance auf mehr

Aber auch das zweite große Standbein braucht sich nicht zu verstecken. Fast zehn Milliarden Euro steuert das Segment Agrochemie bei jährlichen Wachstumsraten von mindestens neun Prozent zum Umsatz bei. Zudem hat sich hier die EBITDA-Marge erheblich verbessert. Belief sich diese noch vor fünf Jahren auf weniger als 20 Prozent, beträgt sie mittlerweile starke 25 Prozent. Interessant könnte außerdem die mögliche Übernahme des Branchenführers Syngenta durch den US-Saatgut-Riesen Monsanto werden. Sollte diese tatsächlich zustande kommen, könnten sich für Bayer aufgrund wettbewerbsrechtlicher Auflagen Zukaufmöglichkeiten ergeben.

Aussichtsreiches Gesamtpaket

Der seit Jahren intakte Aufwärtstrend der Bayer-Aktie könnte sich durchaus noch lange fortsetzen. Die Fokussierung auf die beiden aussichtsreichen Sparten Pharma und Agrochemie ist eine hervorragende Basis. Für Fantasie sorgt insbesondere der zu erwartende Newsflow im Pharmabereich. In den kommenden 12 bis 18 Monaten stehen in der Pipeline richtungsweisende Entscheidungen an. Nicht zu verachten außerdem: Bayer zählt zu den sichersten Dividenden-Zahlern im DAX. Derzeit liegt die Dividendenrendite bei 1,7 Prozent.

Mit dem Übernahmeangebot des Düngemittelriesen Potash für K+S ist weitere Fantasie in die Bayer-Aktie gekommen. Zwar dürfte der Konzern nicht komplett geschluckt werden, ein Teil des Unternehmens ist jedoch für den US-Agrarchemie-Riesen Monsanto sehr attraktiv.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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