Bayer
- Maximilian Völkl

Bayer: Aktie 20 Prozent zu teuer?

Eine beeindruckende Rallye liegt hinter der Bayer-Aktie. Seit Mitte Oktober 2014 hat die Aktie über 40 Prozent zugelegt. Dank eines starken Ausblicks hat der DAX-Konzern diese Woche erneut ein Rekordhoch erreicht. Glaubt man den aktuellen Einschätzungen der Analysten, ist das Ende der Fahnenstange nun aber erreicht.

„Wir sind auch mittelfristig optimistisch“, hat Konzernchef Marijn Dekkers am Mittwoch vor Investoren in Berlin gesagt. Dennoch sehen einige Experten kaum noch Potenzial für den Pharmatitel. Die Investmentbank Equinet beispielsweise hat die Einstufung auf „Reduce“ mit einem Kursziel von 111 Euro belassen. Der faire Wert von Analystin Marietta Miemietz liegt damit rund 20 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau der Bayer-Aktie. Aufgrund der Stärke des Pharmageschäfts sei ihrer Meinung nach zwar ein Aufschlag gegenüber Vergleichsunternehmen gerechtfertigt, so Miemietz. Das absolute Bewertungsniveau erscheine nach der jüngsten Kursrallye allerdings hoch, weshalb kurz- bis mittelfristig das Risiko von Gewinnmitnahmen bestehe.

Die Commerzbank sieht die Aktie inzwischen auch als zu teuer an. Analyst Daniel Wendorff hat Bayer nach dem Investorentag und der Veröffentlichung neuer mittelfristiger Konzernziele zwar auf „Hold“ belassen, das Kursziel von 129 Euro liegt allerdings ebenfalls unter dem aktuellen Wert der Aktie. Die 2017er-Ziele des Pharma- und Chemiekonzerns entsprächen seinen Prognosen, so der Experte, der von einer unspektakulären Management-Veranstaltung sprach.

Dabeibleiben

Der Pessimismus der Analysten ist unbegründet. Starke Zahlen und ein verbesserter Ausblick sprechen für sich. Bei Bayer stimmen die Aussichten, die Rallye ist auch fundamental unterlegt. Die Euro-Abwertung und der geplante Börsengang der Kunststoffsparte stützen den Wert zusätzlich. DER AKTIONÄR rechnet deshalb mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. Anleger bleiben weiter dabei.

(Mit Material von dpa-AFX)

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