Ballard Power
- Michel Doepke - Redakteur

Ballard Power: Wer hätte das gedacht

Wie gewonnen, so zerronnen: Ballard Power hat mit dem Umsatzrückgang im dritten Quartal für lange Gesichter gesorgt. Auch der eingestiegene Großaktionär aus China, Weichai Power, wird sich die jüngste Entwicklung bei den Kanadiern sicher anders vorgestellt haben. Derweil notiert die Ballard-Aktie wieder deutlich unter dem Preis, den Weichai für die knapp 20-prozentige Beteiligung auf den Tisch gelegt hat.

Ausgerechnet China

Probleme in China haben Ballard Power das dritte Quartal verhagelt. Anleger straften die Aktie über 20 Prozent ab. DER AKTIONÄR hatte mit dieser negativen Entwicklung nicht gerechnet, die Empfehlung wurde daraufhin bei 2,45 Euro mit Verlust ausgestoppt.

Gerade Weichai Power wird im Hinblick auf die jüngste Kursentwicklung enttäuscht sein. Vor Kurzem wurde der Deal mit Ballard Power finalisiert: 163,6 Millionen Dollar pumpen die Chinesen in den Brennstoffzellen-Spezialisten, dies entspricht 19,9 Prozent der Anteile. Kostenpunkt: 3,54 Dollar je Aktie. Aktuell notieren die Papiere von Ballard Power unter der Marke von 3,00 Dollar. Gleichzeitig hält ein anderer chinesischer Ankerinvestor, Broad Ocean, seine Beteiligung von 9,9 Prozent an den Kanadiern stabil. Unter dem Strich fließen durch die dazugehörige Kapitalmaßnahme Ballard 183,8 Millionen Dollar zu. Dafür gründet Weichai gemeinsam mit Ballard Power in Joint Venture in China. Broad Ocean habe bereits signalisiert, am Gemeinschaftsunternehmen wiederum zehn Prozent zu erwerben.

De facto zeigen chinesische Investoren Interesse an der Ballard-Brennstoffzellen-Technologie, doch der Durchbruch im Reich der Mitte will bis dato nicht so recht gelingen. Wie schwierig das Umfeld in China ist, zeigten die letzten Ballard-Zahlen.

Gehen Sie zurück auf los...

Nach der ausgestoppten Empfehlung befindet sich die spekulative Ballard-Power-Aktie aktuell auf der Watchlist. Nach dem schwachen Quartal sollten Investoren die Kanadier allerdings nicht abschreiben. Aufträge, lukrative Zukäufe oder eine spürbare, globale Belebung der Nachfrage an Brennstoffzellen können das Sentiment schnell verändern.

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  • Jörg Lober -
    Grundsätzlich halte ich die Brennstoffzellen-Technologie für aussichtsreich. Allerdings habe ich mir dafür Nel ausgesucht, weil ich deren Marktchancen als höher einschätze. Bis jetzt gibt mir die Kursentwicklung recht und ich hoffe natürlich, dass das so bleibt.

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