Commerzbank
- Thomas Bergmann - Redakteur

Aufatmen bei Commerzbank, Deutsche Bank & Co - Citigroup überrascht positiv

Citi, Imperium, Citigroup, 20130722

Welch ein Paukenschlag an der Wall Street: Die Citigroup überrascht zu Beginn der Earnings Season mit einem Gewinnanstieg im ersten Quartal. Damit haben die US-Banker die Gewinnprognosen des Marktes deutlich übertroffen und ein klares Signal in Richtung Europa gesendet. Die deutschen Banken ziehen mit.

Überraschender Gewinnanstieg

Die Citigroup hat zu Jahresbeginn dem branchenweiten Abwärtstrend an den Kapitalmärkten getrotzt und den Überschuss im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum überraschend um 3,5 Prozent auf 3,94 Milliarden Dollar gesteigert. Pro Aktie verdiente das Institut 1,30 Dollar, wie die Bank am Montag in New York mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem sinkenden Gewinn auf 1,14 Dollar je Anteil gerechnet.

Die Bank profitierte vor allem davon, dass sie Rückstellungen für faule Kredite auflösen konnte, da viele Kunden angesichts der sich erholenden US-Wirtschaft ihre Raten wieder regelmäßiger bezahlen können. Zudem reduzierte die konzerneigene Abbausparte ihre Verluste deutlich. So machte Citigroup den Gegenwind im Geschäft mit Anleihen wett. Dieses leidet unter dem langsamen Ausstieg der US-Notenbank Fed aus der ultralockeren Geldpolitik.

Sorgenkind unter den Großbanken

Die Citigroup galt in den vergangenen Jahren lange als Sorgenkind an der Wall Street. Im vergangenen Jahr gelang ihr aber ein eindrucksvoller Gewinnzuwachs von 84 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar. Dass bei dem Institut trotzdem noch nicht wieder alles in Ordnung ist, machte die Fed Ende März deutlich, als sie der Citigroup die geplante Aufstockung von Dividende und Aktienrückkauf untersagte. Die Bank wurde unter anderem wegen Defiziten bei der Vorhersage des globalen Geschäfts im Krisenfall dazu aufgefordert, ihr Kapital zusammenzuhalten.

Spekulation auf Gegenbewegung

Die Citigroup-Aktie hatte zuletzt stark unter den Börsenkapriolen gelitten und einige wichtige Unterstützungen gebrochen. Mit dieser Nachricht im Rücken könnte sich der Kurs aber kurzfristig wieder erholen. Im Zuge dessen sollten auch die deutschen Bank-Aktien, wie Commerzbank und Deutsche Bank, eine kleine Erholung starten können. Anleger sollten aber im Hinterkopf haben, dass in dieser Woche mit Bank of America (Mittwoch) sowie Morgan Stanley und Goldman Sachs (Donnerstag) drei weitere Großbanken ihre Ergebnisse veröffentlichen werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank: Viel zu teuer

Das Referendum in Italien am kommenden Sonntag sorgt an den Märkten für Nervosität. Nicht nur italienische Bankaktien wurden in den vergangen Tagen abverkauft. In Deutschland standen auch die Commerzbank und die Deutsche Bank auf der Abschussliste der Anleger. Egal wie die Abstimmung in Italien … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Ausgestoppt!

Das Referendum in Italien wirft seine Schatten voraus: Am nächsten Sonntag stimmen die Südländer über eine Verfassungsreform ab und damit über die politische Zukunft von Premier Matteo Renzi. Scheitert die Abstimmung, könnte Renzi zurücktreten. Die eurokritische Partei 5-Sterne liegt derzeit in … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Hier winken satte Gewinne

Die Commerzbank erfindet sich gerade neu. Mit den Zahlen zum abgelaufenen Quartal hat CEO Martin Zielke gezeigt, dass die Bank auf einem guten Weg ist. Eine Fusion mit dem Kundengeschäft stehe derzeit nicht auf der Agenda, so Commerzbank-Vorstand Michael Mandel gegenüber dem Handelsblatt. Vielmehr … mehr