Google
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Apple-Konkurrent Google: Angst vor Amazon und Facebook?

Alles nur eine große Märchenstunde? Die größte Herausforderung im internationalen Wettbewerb sieht der Suchmaschinen-Betreiber Google im Online-Händler Amazon . "Viele denken, unsere größten Wettbewerber seien Yahoo oder Bing", sagte Eric Schmidt, Chef des Google-Verwaltungsrats, am Montag in Berlin. "Aber unser größter Konkurrent im Suchmaschinenbereich ist tatsächlich Amazon." Wer etwas kaufen wolle, schaue meist bei Amazon nach. "Im Grunde antworten sie auf Anfragen und Suchen der Nutzer genauso, wie wir es tun", sagte der langjährige Google-Chef bei einer Veranstaltung des Berliner Start-ups Native Instruments.

Wichtig sei es zu wissen, "dass irgendjemand irgendwo in einer Garage auf uns lauert", sagte Schmidt. "Ich weiß das, weil es nicht lange her ist, dass wir in dieser Garage saßen." Der Wandel komme von dort, wo man ihn am wenigsten erwarte. Die EU-Kommission hatte zuletzt ihre Forderungen nach weiteren Zugeständnissen des Internet-Konzerns in einem jahrelangen Wettbewerbsstreit mit Rivalen bekräftigt und erweitert.

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Auch Google sei stets von einer ganzen Reihe großer Herausforderer und Konkurrenten umgeben. Facebook etwa sehe sich selbst als "Sprungbrett zum Internet". Bei der lokalen Suche unterwegs auf mobilen Geräten seien auch Yelp, Tripadvisor , Dooyoo, Ciao oder HolidayCheck Konkurrenten von Google.

Google stapelt tief
Der Besuch bei Native Instruments in Berlin macht für Schmidt den Auftakt eines mehrtägigen Aufenthalts in Deutschland, in dem er unter anderem auch mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zusammentreffen wird. Googles Angst vor der Konkurrenz mag auch vorgespielt sein: Denn Google versucht den Eindruck zu erwecken, kein Monopol zu besitzen, um nicht zerschlagen zu werden. In Deutschland beträgt der Marktanteil bei der mobilen Suche 98 Prozent und bei Desktop-Suchmaschinen 93 Prozent. Lediglich in Asien herrscht dank Baidu größere Konkurrenz.

Facebook-Milliardär Peter Thiel: Märchenstunde

In seinem neuen Buch "Zero to One" schreibt auch Facebook-Milliardär Peter Thiel im Kapitel "Die Märchen der Monopolisten", dass Firmen wie Google alles dafür tun, verzerrt wahrgenommen zu werden und "die Wahrheit ein wenig frisieren". Investments in andere Technologien lenken nur ab. Tatsächlich erzielt Google 95 Prozent seiner Erlöse durch die Suchmaschine.

Google bleibt aufgrund seiner unbestrittenen Marktmacht aus Sicht des AKTIONÄR ein Basisinvestment im Internetbereich. Auch die Analysten von BGC Capital sehen noch viel Potenzial und sehen Google auch gegenüber Apple aufgrund seiner zahlreichen Innovationen (Drohnen, Roboter, Smart-Home, Wearables) im Vorteil.

(Mit Material von dpa-AFX)

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