Apple
- Marion Schlegel - Redakteurin

Apple im Streit – iPhones in Zukunft sicherer?

Apple-Chef Tim Cook will im Streit mit der US-Regierung um das Entsperren von iPhones mit Präsident Barack Obama sprechen. Er wolle Obama die Argumente von Apple nahebringen, sagte Cook in einem halbstündigen Interview mit dem TV-Sender ABC am Mittwoch. "Es geht nicht um dieses Telefon, es geht um die Zukunft", betonte er. Der Konzern arbeitet laut Medienberichten unterdessen daran, das Aufknacken seiner Geräte und Systeme noch weiter zu erschweren.

Apple wurde per Gerichtsbeschluss angewiesen, dem FBI beim Entsperren eines iPhones zu helfen, das von einem toten Attentäter genutzt worden war. Der Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) und seine Frau hatten 14 Menschen im kalifornischen San Bernardino getötet. Apple weigert sich mit der Begründung, dafür müsse erstmals eine Software geschrieben werden, mit der man die Zugangssperre aushebeln könne - und die Folgen dieses Schritts seien zu gefährlich.

Apple weigert sich

"Wenn ein Gericht von uns verlangen kann, eine solche Software zu schreiben, bedenken Sie, was sie noch von uns fordern könnten - vielleicht ein Betriebssystem für Überwachung oder die Möglichkeit, die Kamera einzuschalten", sagte Cook. Nach Apple könnten auch andere Anbieter genauso betroffen sein: "Wir wissen nicht, wo das endet."

Apple stört sich unter anderem daran, dass die rechtliche Grundlage für die Anweisung ein Gesetz aus dem 18. Jahrhundert ist, das Richtern die Befugnis gibt, alle nötigen Maßnahmen anzuordnen. Wenn es erst einmal einen solchen Präzedenzfall gebe, könnten andere Gerichte ihn vielleicht auch auf Scheidungs- oder Steuerfälle anwenden, sagte Cook und warnte vor einem "Trampeln auf Bürgerrechten". Apple sei bereit, den Fall bis hin zum Obersten Gericht der USA durchzufechten, denn "das ist nicht das, was in Amerika passieren sollte".

Apple will seine Geräte in Zukunft sogar so einrichten, dass sie noch schwerer zu knacken sind, berichteten die "New York Times" und die "Financial Times" in der Nacht zum Donnerstag. Unter anderem gehe es darum, auch die Daten im Speicherdienst iCloud so zu verschlüsseln, dass sie nicht mehr für das Unternehmen und die Behörden zugänglich wären, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Limitiert kaufen

Die Apple-Aktie ist seit Anfang Dezember deutlich unter Druck geraten. Mittlerweile hat das Papier aber ein interessantes Niveau erreicht. DER AKTIONÄR rät Anlegern im Bereich von 80 Euro zuzukaufen.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Julia Breuing | 0 Kommentare

Neue Marktanteile: Apple verliert, Samsung gewinnt

Sowohl Apple als auch Samsung haben in dieser Woche ihre Quartalszahlen vorgelegt. Das liefert nun die endgültige Grundlage für einen Vergleich der Spitzenreiter im Smartphone-Markt. Während Samsung seinen Umsatz und Marktanteil steigern konnte, verkündete Apple in beiden Bereichen Rückgänge. Der … mehr
| Julia Breuing | 0 Kommentare

Samsung: Die Luft für Apple wird dünner

Samsung liefert dieses Jahr ordentlich ab, das verdeutlichen die gestern veröffentlichten Q2-Zahlen. Während Apple diese Woche einen deutlichen Einbruch im Umsatz und Gewinn vermeldete, schaffte es Samsung im schwachen Gesamtmarkt seinen Umsatz um fünf Prozent zu steigern. Apples Gewinn ist mit … mehr