Apple
- Jonas Lerch

Apple: iCar oder Tesla-Retter?

Die Spekulationen um Apples nächsten großen Coup reißen nicht ab. Einige Analysten rechnen fest mit dem iCar. Star-Investor Ross Gerber rät dem iPhone-Riesen sogar, sich an Tesla zu beteiligen. Für beide Strategien gibt es gute Gründe.

Seit 2015 forscht Apple mit seinem Projekt „Titan“ an einer Software für autonomes Fahren. Analyst Ming-Chi Kuo ist sich sicher, dass es weit darüber hinaus geht: Apple würde zwischen 2023 und 2025 ein eigenes Auto veröffentlichen, teilte Kuo der Website MacRumors mit.

Tesla-Ingenieur an Board

Verstärkung holt sich Apple mit dem Ingenieur Doug Field, Produktionschef für Teslas Model 3. Gerüchten zufolge soll er jetzt das Projekt „Titan“ weiter vorantreiben. Ein Indiz dafür, dass der iKonzern nicht nur Software, sondern auch die Hardware in Form von kompletten Autos entwickeln will.

Der Zeitpunkt ist ideal, denn die Autobranche ist im Umbruch. Millionen-Rückrufe durch den Abgasskandal belasten die etablierten Autofirmen. Zudem sind die Verkäufe rückläufig – die E-Mobilität drängt in den Markt.

Analyst Kuo rechnet fest damit, dass Apple revolutionäre Ergebnisse liefern wird – ähnlich wie das iPhone im Jahr 2007. Für Kuo ist das iCar deshalb ausschließlich eine Frage der Zeit.

Die Tesla-Alternative

Der bekannte Tesla-Investor Ross Gerber denkt pragmatisch. Apple hat das finanzielle Polster und möchte die Elektromobilität vorantreiben. Tesla ist in diesem Bereich innovativ – aber nicht profitabel. Des Rätsels Lösung: Apple steigt beim Elektropionier ein.

Laut Gerber profitieren beide Unternehmen, denn die Gelegenheit für Apple sei dank der aktuell billigen Tesla-Aktie ideal. „Dies ist das Geschenk aller Geschenke für Tim Cook.“ Eine Beteiligung könnte sich Apple locker leisten. Der freie Cashflow für 2017 betrug 51 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Tesla ist aktuell 55 Milliarden wert.

Gerber empfiehlt eine Apple-Beteiligung zwischen fünf und zehn Prozent. Für Tesla wäre es eine notwendige Finanzspritze. Die Nettoverschuldung stieg 2017 auf 6,9 Milliarden Dollar. Gerber steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Gene Munster von der Investmentfirma Loup Ventures ist auf seiner Seite: „Wenn Musk pleitegeht, besteht eine 80-prozentige Chance, dass Apple Tesla kauft.“

Entscheidung 2019

Es bleibt spannend, was Apple-Chef Tim Cook in Sachen Elektromobilität tatsächlich plant. Laut Munster fällt die Entscheidung in den nächsten anderthalb Jahren. Ob nun iCar oder Tesla-Beteiligung, für den AKTIONÄR bleibt Apple einer der Top-Favoriten.

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| Markus Horntrich | 0 Kommentare

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