Royal Dutch Shell
- Werner Sperber - Redakteur

Anlageexperten: Bei Royal Dutch Shell wird alles noch viel besser

Die Spezialisten der Euro am Sonntag erinnern an den vergleichsweise niedrigen Ölpreis und die Übernahme der BG Group für rund 35 Milliarden Britische Pfund (44,5 Milliarden Euro). Das belastet Royal Dutch Shell und deswegen muss der größte europäische Ölkonzern sparen. Vorstandsvorsitzender Ben van Beurden kürzt die Investitionen von 47 Milliarden Euro im Vorjahr auf 29 Milliarden Euro, streicht Stellen und spart bei den Zulieferbetrieben. Zudem will er noch in diesem Jahr bis zu zehn Prozent der Öl- und Gas-Produktion an Wettbewerber verkaufen. Van Beurden erwartet aus dem Kauf der auf Flüssiggas spezialisierten BG Group im übernächsten Jahr nicht mehr nur 3,5 Milliarden Euro an Einsparungen für den Konzern sondern 4,5 Milliarden. Die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley loben: Es sei ein Meilenstein in der Geschichte von Royal Dutch Shell anstatt vor allem auf Wachstum nun zuerst auf die Verbesserung des Gewinns zu achten.

Aus Sicht der Aktionär ist jedoch vor allem die Dividende interessant. Für das vergangene Jahr schüttete Royal Dutch Shell 1,88 Dollar je Aktie aus, was dem Sechsfachen des Jahresgewinns entspricht. Um die Dividende und die Investitionen langfristig zu finanzieren, muss das Unternehmen jedoch genug verdienen. Der Vorstandsvorsitzende rechnet für das Jahr 2020 mit einem Ölpreis von durchschnittlich 60 Dollar je Fass mit 159 Litern und erwartet, einen freien Cashflow von 20 bis 25 Milliarden Dollar zu erwirtschaften. Die Analysten von Morgan Stanley schätzen, bei einem solchen Cashflow von 22,5 Milliarden Dollar wäre die Dividende eineinhalb Mal gedeckt.

In den vergangenen zehn Jahren belief sich die durchschnittliche Dividendenrendite auf gut fünf Prozent. Derzeit beträgt diese Rendite rund sieben Prozent; die Anleger zweifeln also an der Stetigkeit der Ausschüttung. Wenn die Investoren die Dividende wieder als dauerhaft gesichert ansehen, dürfte sich die Rendite wieder den fünf Prozent nähern. Dabei könnte die Ausschüttung gekürzt werden oder der Aktienkurs könnte steigen. Die Spezialisten der Euro am Sonntag gehen anhand der positiven Anzeichen, wie etwa der Erholung des Ölpreises oder der höheren Synergie-Erwartungen, von einem anziehenden Aktienkurs aus. Die Aktie ist mit einem KBV von 1,1 und einem KGV von 14 für das nächste Jahr bewertet. Anleger sollten die Anteile mit einem Kursziel von 26 Euro kaufen und ihr Investment bei 18 Euro absichern.

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