AMD
- Benedikt Kaufmann

AMD am Ende der Rallye

Die Befürchtungen der Analysten eines abschwächenden Chip-Zyklus hatten in den vergangenen Wochen nur wenig Auswirkung auf die hervorragende Performance von AMD. Seit den Quartalszahlen am 25. April legte die Aktie des Prozessoren-Herstellers über 60 Prozent zu und gehörte damit zu den Top-Performern der Branche.

Kurstreiber auf dem Prüfstand

Der rasante Aufwärtstrend von AMD wird weiterhin angetrieben von der starken fundamentalen Entwicklung im ersten Quartal. Der Chipkonzern erzielte Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahresquartal von 40 Prozent. Die treibende Kraft hinter diesem herausragenden Quartal waren die neuen Ryzen-Produkte und die hohe Nachfrage durch Krypto-Mining.

Der Trend um die neuen Ryzen-Prozessoren dürfte sich im laufenden Quartal noch positiver auf die Bilanz von AMD auswirken. Der Einzelverkauf lief bereits erfolgreich an und auch die Nachfrage von PC- und Notebook-Herstellern wird besser befriedigt. So erklärte James Prior, Senior Product Manager bei AMD, gegenüber dem Fachmagazin Heise, dass bei einer Variante der Ryzen-Prozessoren nicht der Bedarf der OEM-Hersteller gedeckt werden konnte. Die Liefersituation soll sich aber mittlerweile verbessert haben.

Der zweite Trend um die Berechnung von Kryptowährungen mit Grafikkarten steht jedoch auf dem Prüfstand. Denn die Krypto-Preise sind im Vergleich zum ersten Quartal extrem gefallen, was das Mining generell weniger profitabel macht. Dies hatte zur Folge, dass die Preise von Grafikkarten im zweiten Quartal teilweise deutlich sanken. Neben dem Preisdruck ist mittlerweile neu entwickelte Hardware wie ASIC-Miner am Markt, die speziell für das Berechnen von Kryptowährungen hergestellt wurde und daher effizienter arbeitet als klassische Grafikkarten. Zwar dürfte die Nachfrage von Videospielern aufgrund der sinkenden Preise einen Teil des Marktes auffangen, dennoch dürfte AMD im zweiten Quartal ein wichtiger Absatzmarkt weggebrochen sein.

Erschöpfende Rallye

Betrachtet man die AMD-Rallye allein vor dem Hintergrund dieser mittelfristigen Kurstreiber und lässt langfristige Faktoren wie Server-Prozessoren, GPU-Computing und Gaming außen vor, wirkt die Rallye definitiv übertrieben. Auch charttechnisch weist die AMD-Aktie klare Ermüdungserscheinungen auf: Die Volatilität unter hohem Volumen der letzten Tage und der Relative-Stärke-Indikator mit einem Rekordstand von 86 Punkten sind hierfür ein klares Zeichen. Der Chart schreit regelrecht nach einer Korrektur. Der harte Abverkauf der letzten Tage könnte dabei nur der Anfang sein. Angesichts der Krypto-Risiken im zweiten Quartal und des heiß gelaufenen Charts empfiehlt DER AKTIONÄR, daher Hälfte der Position zu verkaufen und den Rest per Stopp abzusichern. Das langfristige Potenzial der Aktie bleibt unberührt.

 

Dieser Artikel erschien in Auszügen bereits in DER AKTIONÄR Ausgabe 25/2018. Zur vollständigen Ausgabe geht es hier.

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| David Vagenknecht | 2 Kommentare

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