Amazon
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Amazon: Gleich 2 Volltreffer!

Amazon macht nicht nur beim E-Commerce mächtig Druck, sondern investiert seit Jahren Milliarden in seine Filmsparte – mit zunehmendem Erfolg. Bei der Verleihung der renommierten Golden Globe Awards waren gleich neun Eigenproduktionen des Bezos-Konzerns nominiert, zwei Mal räumte Amazon tatsächlich die Preise ab. Der Aktie kann die mediale Aufmerksamkeit nur gut tun.

Volltreffer im Doppelpack

Bei den diesjährigen Golden Globes Awards zeichnete die Jury die Schauspielerin Rachel Brosnahan für ihre Rolle in der Amazon-Serie "The Marvelous Mrs. Maisel" aus. Ein weiterer Preis ging an Ben Whishaw für seine Leistung in "A Very English Scandal".

Jeff Bezos, der der Verleihung als Gast beiwohnte, durfte sich insgesamt über neun Nominierungen freuen. Vor allem sieht sich der Konzern-Chef in seinem Bestreben bestätigt, die Filmbranche mit hochwertigen Eigenproduktionen unter Druck zu setzen.

Amazon Studios haben Schätzungen zufolge 2018 rund fünf Milliarden Dollar in die Produktion von Content und den Erwerb von Sportrechten gepumpt und damit den Erzrivalen Netflix und Hulu das Leben schwergemacht. Ob die Rechnung für den E-Commerce-Riese am Ende aufgeht, muss abgewartet werden.

Allerdings dürfte das mediale Getöse rund um die Verleihung der Golden Globes den Aktienkurs unterstützen. Seit dem Absturz auf 1.307 Dollar an Heilig Abend hat sich das Papier bereits deutlich auf zuletzt 1.575 Dollar erholen können. Jetzt gilt es, die wichtige Marke bei 1.500 Dollar zu verteidigen, um in Ruhe die nächste wichtige Hürde bei 1.750 Dollar in Angriff nehmen zu können. Ein positiver Newsflow kann da nicht schaden.

Letztendlich hängt die Kursentwicklung der Amazon-Aktie natürlich nicht von Golden Globes ab, sondern vielmehr von der weiteren Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Vermeidet der US-Präsident einen Handelskrieg mit China, wird der Markt höchstwahrscheinlich eine Erleichterungsrallye hinlegen. Trump ist stur, aber nicht dumm. Er wird die Umsatzwarnung von Apple hoffentlich als letzten Warnschuss im Zollstreit verstehen. Delegierte beider Länder treffen sich am 7./8. Januar zu Sondierungsgesprächen.

DER AKTIONÄR bleibt bei seinem Kursziel für Amazon bei 1.800 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 1.200 Euro gesetzt werden.

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