Alphabet
- Benedikt Kaufmann

Alphabet Quartalszahlen: Nachbörsliche Kursverluste trotz übertroffener Erwartungen im Q4

Nach Microsoft, Netflix, Amazon, Facebook und Apple hat heute nach Börsenschluss auch Alphabet die Zahlen zum vierten Quartal veröffentlicht. Der Umsatz liegt dabei leicht über den Schätzungen der Analysten, auch der Gewinn je Aktie kann die Erwartungen übertreffen – die Aktie fällt nachbörslich dennoch knapp 2,7 Prozent.

Alphabet lieferte im vierten Quartal einen Umsatzanstieg von 20 Prozent auf 39,28 Milliarden Dollar – Analysten erwarteten 38,93 Milliarden Dollar.

Der Gewinn je Aktie lag mit 12,77 Dollar ebenfalls über den Schätzungen der Analysten von 10,82 Dollar.

Werbeumsätze mit stabilem Wachstum

Erneut stark war das wichtige Werbegeschäft. Im vergangenen Quartal wuchsen hier die Umsätze um 20 Prozent auf 32,635 Milliarden Dollar. Spannend sind in diesem Zusammenhang auch die „Traffic Acquisition Costs (TAC)“ und die „Cost-Per-Clicks (CPC)“.

Die sogenannten TAC fallen insbesondere im Mobile-Bereich verstärkt an, denn Hersteller und Entwickler verlangen hohe Summen dafür, dass sie die Dienste von Google vorinstallieren beziehungsweiße in ihren Browsern standardmäßig auf die Google Suche umleiten. Im vergangenen Quartal konnte Google den Negativtrend der steigenden TAC vorerst stoppen – und auch im vierten Quartal blieben die Kosten unverändert bei 23 Prozent der Werbeumsätze.

Die Werbeumsätze werden ebenfalls durch die stetig fallenden „Cost-Per-Clicks“ verringert: Der Preis, den Google für einen Webeklick verlangen kann, sank im vierten Quartal jedoch schneller als noch im Quartal zuvor. Im dritten Quartal sank der Werbepreis im Durchschnitt um sieben Prozent – im vierten Quartal schrumpften die CPC um neun Prozent. Aufgefangen wurden die schwächeren Einnahmen pro Klick durch eine deutliche Steigerung der gesamten Klickzahlen. Diese sogenannten "Paid Clicks" legten gegenüber dem vorangegangenen Quartal um 22 Prozent zu.

Fazit:

Alphabet kann in einem insgesamt schwächeren Marktumfeld unverändert mit starken Wachstumsraten überzeugen und hält die negativen Auswirkungen von TAC und CPC zumindest stabil. DER AKTIONÄR sieht trotz den nachbörslichen Kursverlusten von 2,7 Prozent keinen Grund seine Einschätzung gegenüber den langfristigen Aussichten von Alphabet zu ändern. Anleger lassen die Gewinne unverändert laufen.

 

 

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