Allianz
- Thomas Bergmann - Redakteur

Allianz: Tag der Abrechnung

Der Allianz-Konzern veröffentlicht am Dienstag die Ergebnisse für das erste Quartal. Trotz Sturmschäden und Boeing-Fiasko sollte der DAX-Riese solide Zahlen vorlegen. Konzernchef Oliver Bäte dürfte auch die Gesamtjahresprognose bestätigen.

Von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Montag befragte Branchenexperten rechnen für das erste Quartal mit keinen aufregenden Zahlen. Im Schnitt gehen sie davon aus, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut drei Prozent auf 37,7 Milliarden Euro gestiegen ist.

Beim operativen Gewinn erwarten sie eine Steigerung im gleichen Maß auf rund 2,85 Milliarden Euro. Der Überschuss dürfte hingegen um gut drei Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro gesunken sein.

Eberhard folgt auf Friederike

Nachdem Sturmtief "Friederike" die Allianz Anfang 2018 rund 220 Millionen Euro kostete, schlug diesmal Sturm "Eberhard" zu. Außerdem muss die Allianz Analysten zufolge teilweise für das Desaster um Boeings Mittelstreckenjet 737 Max geradestehen.

Auch der Dammbruch an einer Eisenerz-Mine in Brasilien mit hunderten Toten und Vermissten dürfte die Allianz treffen. Nach Informationen von dpa-AFX vom Januar hat die Allianz-Tochter AGCS als Teil eines Konsortiums den brasilianischen Bergbaukonzern Vale gegen Haftpflichtschäden rückversichert. Umweltschäden sollen aber nicht Teil des Vertrags sein.

Konservative Prognose

Für das laufende Jahr hat Bäte keine großen Versprechungen gewagt. So soll der operative Gewinn 2019 bei etwa 11,5 Milliarden Euro stabil bleiben. Der Allianz-Chef nannte dieses Ziel im Februar "konservativ und vorsichtig, weil wir in Hinblick auf das sehr schwierige Umfeld sicher sein wollen, dass wir das auch erreichen".

Bei seiner Prognose lässt sich der Vorstand wie üblich eine halbe Milliarde Luft nach oben und unten, sodass er für den operativen Gewinn faktisch eine Spanne von 11 bis 12 Milliarden Euro vorsieht.

 

Allianz

 

Ruhe bewahren!

Das Chartbild der Allianz hat sich zuletzt eingetrübt. Noch hält sich die Aktie aber dem November-Hoch und der wichtigen 200-Tage-Linie. Die Zahlen sollten solide ausfallen und keinen Grund zum Verkaufen liefern.

mit Material von dpa-AFX

 

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Allianz.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Allianz: Das erwartet uns in 10 Jahren

Die Versicherungswirtschaft steht vor tiefgreifenden Umbrüchen. Der Haupttreiber ist der technologische Wandel. Versicher wie die Allianz sind gefragt, Risiken nicht nur zu steuern, sondern sie zu verhindern. Neben den Herausforderungen gibt es große Wachstumschancen für die Unternehmen. mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Allianz erhöht die Schlagzahl

Es ist erst ein paar Tage her, dass die digitale Investmenteinheit der Allianz-Gruppe die Online-Plattform Finanzen.de zu 100 Prozent gekauft hat. Jetzt investiert Allianz X in ein kanadisches Fintech-Unternehmen. Wealthsimple heißt es und soll "das Geschäft der Allianz in einer Reihe von Bereichen … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Allianz zapft Datenbank an

Allianz X, die digitale Investment-Einheit des Münchner Versicherers, hat erstmals ein Unternehmen vollständig erworben. Es handelt sich hierbei um das Online-Portal Finanzen.de, das Versicherungsvermittler und Interessenten zusammenbringt. Die Allianz dürfte ihrerseits an den Kundendaten … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Allianz: Finanzvorstand erteilt Fusion eine Absage

Die Allianz wird nach Aussage von Finanzvorstand Giulio Terzariol den Kreditversicherer Euler Hermes nicht mit der Großkunden-Sparte AGCS fusionieren. Darüber hinaus ist eine Übernahme der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS sehr unwahrscheinlich. Dem Aktienkurs schaden die Aussagen nicht - im Gegenteil. mehr