MTU
- Michael Schröder - Redakteur

AKTIONÄR-Dauerbrenner MTU: Über den Wolken - volle Bücher, starke Zahlen und intakter Aufwärtstrend – das raten die Profis!

Ein brummendes Geschäft mit Wartung und Ersatzteilen beflügelt das Geschäft des Triebwerksbauers MTU. Vorstandschef Reiner Winkler hob daher die Prognosen für das Gesamtjahr leicht an. Die meisten Analysten und Investoren waren zufrieden – die Aktie flog auf ein Rekordhoch.

Im zweiten Quartal 2018 erzielte MTU einen Umsatz von gut 1,1 Milliarden Euro, fast 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBIT schoss um 35 Prozent auf fast 160 Millionen Euro nach oben. Unterm Strich stand ein Überschuss von 112 Millionen Euro, der bereinigte Nettogewinn legte um rund 36 Prozent auf 114 Millionen Euro zu. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten.

Vor allem das Ersatzteil- und Wartungsgeschäft läuft. Gesamtjahr soll der Umsatz deshalb auf rund 4,2 Milliarden Euro steigen und damit stärker als gedacht. Der operative Gewinn soll von 573 Millionen im vergangenen Jahr jetzt auf etwa 640 Millionen Euro klettern. Auch das ist deutlich mehr als von Analysten erwartet. Bisher war der Vorstand nur von einem moderaten Anstieg des bereinigten EBIT ausgegangen und hatte im Februar 600 bis 620 Millionen Euro ins Spiel gebracht. Der bereinigte Überschuss soll nun im ähnlichen Maß von 405 Millionen auf etwa 450 Millionen Euro zulegen.


Hintergrund: Triebwerkshersteller verkaufen ihre neuen Antriebe oft mit wenig Gewinn oder gar Verlust. Richtig Geld verdienen sie mit Ersatzteilen und Wartung. Da Flugzeuge und ihre Antriebe meist jahrzehntelang im Einsatz sind, zahlt sich die Einführung neuer Triebwerkstypen für die Hersteller erst mit Verzögerung richtig aus. So profitiert MTU kräftig davon, dass man an dem Triebwerk für den seit Ende der 1980er Jahre gebauten Airbus-Mittelstreckenjet A320 beteiligt ist. Von keinem anderen Airbus-Modell sind so viele Exemplare im Einsatz. Auch bei dem Antrieb für das Nachfolgermodell Airbus A320neo ist MTU mit im Boot und hat in München sogar eine eigene Endfertigungslinie in Betrieb genommen.

Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für die Aktie nach den Zahlen von 190 auf 195 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Der Triebwerkhersteller habe beim operativen Ergebnis positiv überrascht, so Analyst David Perry. Er verwies auf das sehr starke Wachstum im Wartungsgeschäft und erhöhte seine Prognosen für den Gewinn je Aktie. Die Kollegen von Goldman Sachs haben das Kursziel ebenfalls hochgesetzt – von 176 auf 184 Euro. Die britische Investmentbank Barclays sieht die Aktie nun bei 191 Euro (vorher: 158 Euro) fair bewertet. Die Ergebnisse des Triebwerksherstellers seien erneut beeindruckend ausgefallen, so Analyst James Zaremba. Der Konzern verfüge über langfristig hervorragende Wachstumsaussichten und profitiere von den hohen Eintrittsbarrieren seines Marktes.

Fazit: Der Aufwärtstrend der MTU-Aktie ist intakt. Mit den Zahlen im Rücken dürfte sich daran wenig ändern.

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