BP
- Thorsten Küfner - Redakteur

Aktienduell der Dividendenperlen: BP vs. Total

Goldman Sachs hat entschieden: Für die Experten der US-Investmentbank sind nun die Anteilscheine des britischen Energieriesen BP attraktiver als die des französischen Konkurrenten Total. Daher wurden die Total-Papiere nun auf der „Conviction Buy List“ von BP ersetzt. Wen sollten Anleger nun bevorzugen?

Goldman begründet den Schritt damit, dass bei BP bei einigen sehr vielversprechenden neuen Öl- und Gasprojekte die Förderung an- beziehungsweise hochfahren dürfte. Dadurch sollten die Briten in den kommenden Jahren mit dem höchsten Produktionswachstum unter den westlichen Energieriesen punkten. Darüber hinaus rechnet Analyst Michele della Vigna mit deutlichen Steigerungen beim Cash Flow. Er rät daher weiter zum Kauf der Aktie und sieht das Kursziel bei 730 Britischen Pence (umgerechnet 8,11 Euro), was knapp 28 Prozent über dem aktuellen Kursniveau liegt.

Total mit Potenzial, aber …
Bei der Total-Aktie, die sich nun nicht mehr auf der „Conviction Buy List“ befindet, verweist der Experte auf den Kursanstieg um 18 Prozent seit Februar. Allerdings betont della Vigna, dass die neuesten drei Mega-Projekte des Konzerns die Gewinne im zweiten Halbjahr etwas belasten könnten, was unter Umständen auch negative Auswirkungen auf die Dividende haben könnte. Er stuft die Anteile der Franzosen aber unverändert mit „Buy“ ein und bestätigte das Kursziel von 67,00 Euro.

Charttechnisch ist Total der Favorit
Rein charttechnisch betrachtet, fällt das Ergebnis allerdings anders aus: Denn hier hat die Aktie von Total aktuell die Nase vorne. So glückte dem Kurs kürzlich der Ausbruch über einige wichtige Widerstände – während sich die BP-Anteile noch in der Konsolidierungsphase befinden.

Nicht „ oder“ sondern „und“!
Die Entscheidung, sich entweder die BP- oder die Total-Anteile ins Depot zu legen, ist letztlich also vor allem eine Frage, die jeder Anleger für sich selbst beantworten muss: Ist einem die Fundamentalanalyse oder die Charttechnik wichtiger? Eine Alternative wäre natürlich auch, sich nicht nur für eine der beiden Dividendenperlen entscheiden zu müssen, sondern sich einfach beide Aktien ins Depot zu legen und die geplante Investitionssumme 50:50 aufzuteilen. Schließlich glänzen beide Konzerne mit einer hohen Ertragsstärke, einer moderaten Bewertung, guten Aussichten und natürlich satte Dividendenrenditen – 5,6 Prozent bei BP (quellensteuerfrei), 4,8 Prozent bei Total (hier gibt es noch den französischen Quellensteuerabzug).

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    Französische Dividenden-Papiere sind für einen Privatanleger, der nicht Millionen anlegt uninteressant, da man praktisch die französische Quellensteuer nicht zurück bekommt, da das Verfahren grotesk teuer bzw. schikanös ist. Von daher sind immer britische Papiere vorzuziehen - dort gibt es für Deutsche keine Quellensteuer.

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