Air Berlin
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Air Berlin: Vorsicht! Falle für Kleinaktionäre.

In der vergangenen Woche hat die angeschlagene Fluglinie Air Berlin ein Delisting angekündigt. Daraufhin kursierten Gerüchte, die arabische Fluglinie Etihad könnte den freien Aktionären ein Angebot machen (Video zum Thema: http://www.daf.fm/video/newsflash-eithad-mit-grossen-plaenen-fuer-air-berlin-50168587.html) . Nach einem Artikel in der Wirtschaftswoche vom Wochenende, bei dem eine Abfindung in den Raum gestellt wurde, konnte der Wert heute fast zehn Prozent zulegen. Einige Anleger setzen anscheindend auf einen Aufschlag im Falle einer Abfindung. Es ist jedoch Vorsicht geboten.

Aufstockung wahrscheinlich

Aktuell hält Etihad 29 Prozent der Anteile an Air Berlin. Tatsächlich ist davon auszugehen, dass Etihad den Anteil früher oder später aufstocken wird. DER AKTIONÄR geht davon aus, dass Etihad knapp unter 50 Prozent anvisiert. Über der 50-Prozentmarke würde Air Berlin riskieren, wertvolle Landerechte zu verlieren, da die Fluglinie dann nicht mehr als deutsche Airline angesehen würde.

Laut Wirtschaftswoche soll das Unternehmen, derzeit eine britische Public Limited Company (PLC), eine deutsche Rechtsform bekommen. Das wäre ein eindeutiger Hinweis darauf, dass für Kleinaktionäre nichts zu holen sein wird. Im Falle einer Abfindung, sofern Etihad über die 30-Prozent-Marke geht, wird es nach Ansicht des AKTIONÄR nicht über ein Pflichtangebot hinausgehen. Der aktuelle Mindestkurs liegt bei knapp 2,10 Euro. Mehr zu bezahlen macht aus Sicht der Großaktionäre keinen Sinn. Denn das Management kann in Absprache mit dem oder den Großaktionären die Gesellschaft trotzdem von der Börse nehmen. Nach neuer Rechtsprechung durch den BGH sind weder ein Hauptversammlungsbeschluss noch ein Abfindungsangebot für ein Delisting nötig. Das heißt: Die Kleinaktionäre haben dann die Wahl, ob sie Aktien an einer Firma halten wollen, die nicht börsennotiert ist, sprich, deren Handelbarkeit stark eingeschränkt ist, oder ob sie die Aktien bis zum Delisting über die Börse verkaufen. Man kann davon ausgehen, dass die Großaktionäre dann die Hand aufhalten werden und die Aktien den Kleinanlegern günstig abkaufen.

Spekulation auf Abfindung gefährlich

Vor diesem Hintergrund ist eine Spekulation auf eine höhere Abfindung mit hohen Risiken verbunden. Es ist nicht davon auszugehen, dass Etihad Geschenke an deutsche Anleger verteilt, wenn es eine günstigere Alternative gibt, um das Ziel zu erreichen. Mehr als ein nietenverdächtiges Lottolos ist der Besitz von Air-Berlin-Aktien derzeit nicht. Der Kurs spricht auch eine eindeutige Sprache. Die Aktie kletterte nach der Meldung zwar deultich, der Anstieg wurde jedoch wieder abverkauft. Wie es aussieht aus gutem Grund.

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