Adidas
- Stefan Sommer - Volontär

Top-Verlierer Adidas: Aktie im freien Fall

Die Adidas-Aktie hat ihre Talfahrt zum Ende der Woche weiter fortgesetzt. Nach dem der Wert am Donnerstag aufgrund einer Gewinnwarnung über 15 Prozent nachgegeben hat, setzte sich der Abverkauf am Freitag fort. Bei 55,88 Euro war die Aktie zeitweise auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Zahlreiche Analysten haben nun ihre Einschätzung zu dem Sportartikelhersteller überarbeitet.

Analystin Chiara Battistini von der US-Bank JPMorgan stufte das Papier von "Overweight" auf "Neutral" ab und senkte das Kursziel von 88 auf 65 Euro. Die Ungewissheit hinsichtlich des Unternehmensausblicks und die nachhaltige Unsicherheit rund um die Strategie des Sportartikelherstellers samt deren Umsetzung habe sie zu diesem Schritt bewogen. Auf dem aktuellen Niveau sei das Papier nun fair bewertet. Das Aufwärtspotenzial für die Aktie sei derzeit sehr begrenzt.

Wachsende Konkurrenz


Analyst Michael Kuhn von der Deutschen Bank empfiehlt nun den Verkauf der Adidas-Aktien und kappte sein Kursziel um 27 auf 51 Euro. Die Probleme des Unternehmens seien allem Anschein nach längerfristiger Natur. Das größte strukturelle Risiko sind seines Erachtens die von Adidas angekündigten höheren Werbeaufwendungen. Der große Rivale Nike aus den USA und kleine, schnell wachsende Nischenmarken würden den DAX-Konzern unter Druck setzen, schrieb Kuhn.

Eine Verkaufsempfehlung sprach auch Analyst Peter Steiner von der Bank Metzler aus, nachdem er die Aktie bisher als Kauf eingestuft hatte. Sein Kursziel senkte er ebenfalls drastisch um 29 auf 52 Euro. Steiner sprach von einer "massiven Gewinnwarnung". Am meisten beunruhigt ist auch er darüber, dass der Konzern das Wachstum in den kommenden 18 Monaten mit höheren Werbeausgaben fördern will.

Adidas; Chart

 

Abstand halten

Seit Jahresbeginn hat die Adidas-Aktie mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren. Adidas muss jetzt zeigen, dass der Konzern durch den strategischen Umbau einiger Sparten wieder auf Kurs kommt. Anleger bleiben daher vorerst noch an der Seitenlinie.

 (Mit Material von dpa-AFX)

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| Andreas Deutsch | 0 Kommentare

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