4 SC
- Marion Schlegel - Redakteurin

4SC – Biotech-Aktie bricht förmlich ein: gewaltige Enttäuschung

4SC gab heute den Abschluss der randomisierten Phase II einer klinischen Phase-I/II-Studie seines japanischen Partners Yakult Honsha Co., Ltd. (Yakult Honsha) bekannt, die den epigenetischen Krebswirkstoff Resminostat von 4SC in Kombination mit dem Krebsmedikament Sorafenib als potenziell neuartige Erstlinientherapie bei asiatischen Patienten in Japan und Südkorea mit fortgeschrittenem Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom, HCC) untersucht.

Im April 2011 hat 4SC Yakult Honsha, dem japanischen Marktführer für Magen-Darm-Krebstherapien, eine exklusive Lizenz für die Entwicklung und Vermarktung von Resminostat in Japan gewährt. Nachdem eine Phase-I-Studie mit Resminostat bei japanischen Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren im Mai 2014 erfolgreich abgeschlossen worden war, begann Yakult Honsha die Phase-I/II-Studie in Patienten mit HCC, einer in Japan besonders häufig auftretenden Krebserkrankung mit hohem medizinischem Bedarf und nur sehr limitiert verfügbaren Therapieoptionen.

Im Phase-II-Abschnitt der Studie mit 170 asiatischen Patienten mit fortgeschrittenem HCC wurde der primäre Endpunkt eines statistisch signifikant verlängerten Zeitraums bis zum Fortschreiten der Erkrankung ("Time To Progression", TTP) für Resminostat in Kombination mit Sorafenib als Erstlinientherapie im Vergleich zur Sorafenib-Monotherapie nicht erreicht. Auf der Grundlage des Ergebnisses des Phase-II-Abschnitts wird Yakult Honsha keine zulassungsrelevante Studie für die Kombination aus Resminostat und Sorafenib als Erstlinientherapie für HCC mit einer vergleichbaren Gesamt-Patientenpopulation durchführen.

Weitere Studien werden fortgesetzt

Jedoch scheinen Patienten mit starker Expression des Biomarkers ZFP64 bei Studieneinschluss mit der Kombinationstherapie Sorafenib/Resminostat im Vergleich zur Sorafenib-Monotherapie länger progressionsfrei zu bleiben.

Yakult Honsha analysiert die Ergebnisse jetzt im Einzelnen. Andere derzeit laufende und geplante klinische Studien, insbesondere die anstehende Phase-II-CTCL-Studie in der EU, sind durch diese Ergebnisse nicht berührt.

Die Aktie von 4SC hat infolge der enttäuschenden Meldung rund ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Eine Unterstützung verläuft bei 2,28 Euro. Hier sollte sich die Aktie stabilisieren, andernfalls wären weitere Kursverluste möglich.

(Mit Material von dpa-AFX)

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