Amazon
- Benedikt Kaufmann

3 Gründe, warum Amazon in China keine Chance hat

Für den E-Commerce Giganten Amazon ist China eine Verlockung. Alleine 2017 werden schätzungsweise 970 Milliarden Dollar im chinesischen Online-Handel umgesetzt. Zum Vergleich: In den USA dürften es gerade einmal 322 Milliarden Dollar sein. Ein riesiger und aussichtsreicher Markt. Doch drei Gründe sprechen dagegen, dass Amazon in China Fußfassen wird.

Erstens ist es schwierig Prime in China zu implementieren. Die Vorteile, die Prime bietet, sind in China keine Besonderheit. Alibaba und JD.com liefern in der Regel ohne Versandkosten beziehungsweise gegen eine nur sehr geringe Gebühr. Ein entscheidendes Argument für ein Prime-Abonnement fällt ebenfalls weg: Amazon Prime Video ist in China aufgrund von Zensurvorschriften nicht verfügbar.

Zweitens nutzen Chinesen zum Online-Shopping ihr Mobiltelefon. Rund 60 Prozent der gesamten E-Commerce Umsätze werden über das Smartphone generiert. Die schlicht gehaltene und übersichtliche Amazon-App erfüllt nicht die Wünsche und Bedürfnisse der chinesischen Kunden. Sie wollen ein Feuerwerk an Farben, Funktionen und Rabatten.

Drittens ist das größte Verkaufsargument einer westlichen Shopping-Plattform – das Angebot authentischer, westlicher Marken - von der chinesischen Konkurrenz aufgeweicht worden. Alibaba und JD.com haben massiv in eine internationale Produktpalette investiert. Hier sind nicht nur die zahlreichen direkten Kooperationen mit einzelnen Marken zu nennen, sondern auch Rabatte und Sonderangebote auf entsprechende Produkte.

Wer von der Weltherrschaft Amazons spricht, vergisst scheinbar, das fast nicht existente China-Geschäft des E-Commerce-Giganten. Auf dem weltgrößten Markt geben andere Player den Ton an.

Anleger halten Abstand

Ähnlich schlecht wie das China-Geschäft läuft es für die Amazon-Aktie. Seit der Veröffentlichung der schwachen Q2-Zahlen verzeichnete das Papier einen Kursverlust von über zwölf Prozent. Nach den Zahlen empfahl DER AKTIONÄR einen Teil der Gewinne zu realisieren. Langfristig ist die scheinbar endlose Wachstumsstory von Amazon jedoch intakt. Anleger gedulden sich und warten auf ein Signal zum Reinvestieren.

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