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- Jochen Kauper - Redakteur

Blockchain-Experte: „Der internationale Zahlungsverkehr liebäugelt mit Blockchain-Lösungen"

Der klassische Zahlungsverkehr bekommt vermehrt Blockchain-Konkurrenz. Die klassische Zahlungsüberweisung nach SWIFT könnte bald Geschichte sein. Auch erste Großbanken wie JPMorgan starten ihre eigenen internen Blockchain-Lösungen, um sich für die Zukunft zu wappnen.

Bisher wurde bei einer Geldtransaktion das bekannte SWIFT-Netz verwendet. SWIFT leitet Transaktionen zwischen Finanzinstituten über SWIFT-Nachrichten weiter und wickelt damit den gesicherten Zahlungsverkehr der angeschlossenen Firmen und Institutionen ab. „Vor der Einführung von Kryptowährungen und Blockchain-Lösungen gab es hieran auch nichts zu rütteln. Nun könnte sich jedoch ein Wandel im internationalen Zahlungsverkehr ergeben. Die Verwendung von Blockchain-Lösungen bietet den Vorteil, dass die Transaktionen schneller, effizienter und kostengünstiger durchgeführt werden können“, sagt Salah Bouhmidi von IG Markets.

xRapid – die neue Transaktionslösung von Ripple Labs

xRapid richtet sich an Zahlungsdienstleister und andere Finanzinstitute, die ihre Liquiditätskosten minimieren und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit erhöhen wollen. „Zahlungen in Schwellenländer werden oft vorfinanziert und erfordern lokale Währungskonten auf der ganzen Welt. Diese verursachen wiede­rum hohe Liquiditätskosten. xRapid könnte den Kapitalbedarf für die Liquidität drastisch senken. Zahlungsdienstleister wie Western Union haben bereits Interesse an der Finanzlösung bekundet. Western Union ist vor allem bei Arbeitsmigranten sehr bekannt. Sie nutzen den Zahlungsdienstleister, um Bargeld an Angehörige in ihren Herkunftsländern zu schicken. Mit der Transformierung der gegenwärtigen Prozesse auf eine Blockchain-Lösung wie xRapid von Ripple Labs können die Liquiditätskosten minimiert und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit erhöht werden“, sagt Bouhmidi.

„Western Union wird sich in seinen aktuellen Tests auf Transaktionen zwischen dem US-Dollar und dem Mexikanischen Peso konzentrieren. Das Währungspaar gehört zu den größten Ertragsbringern von Western Union. Die Erprobung anhand des Dollar/Peso verdeutlicht, wie ernst das Projekt Blockchain genommen wird. Western Union betont aber auch, dass das Unternehmen sowohl technologisch als auch regulatorisch vorbereitet sein muss, bevor das Projekt in die Realität umgesetzt wird.“, ergänzt Bouhmidi.

JPMorgan entwickelt eigene Blockchain-Lösung

Ausgerechnet JPMorgan verkündet die Einführung eines Stable-Coins für ihre Kunden. „Die Ankündigung der Großbank, einen eigenen internen Stable-Coin (JPM-Coin) für Kunden anzubieten, überraschte die Kryptoszene und könnte die Bestrebungen von Ripple Labs bedrohen. Des Weiteren verwendet JPMorgan anders als Ripple einen Stable-Coin. Das bedeutet, dass der JPM-Coin keine große Volatilität aufweisen wird. Sollten Western Union und andere Zahlungsdienstleister dennoch bei xRapid bleiben, könnte dies ein Erfolg für Ripple sein.

Es beginnt nun langsam ein Machtkampf um die besten Blockchain-Lösungen für die Finanzindustrie. Der kryptografische Zahlungsverkehr könnte in Zukunft eine wichtige Rolle spielen“, lautet das Fazit von Salah Bouhmidi von IG Markets.

 

 

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