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10.05.2021 Martin Mrowka

Novavax: Aktie rauscht runter – nachbörsliche Quartalszahlen helfen nicht

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NOVAVAX

Einem Medien-Bericht zufolge verzögert sich die Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff von Novavax noch weiter. Eine WHO-Notfallzulassung (EUL - Emergency Use Listing) gibt es bereits für die Corona-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, AstraZeneca, Janssen/ Johnson & Johnson und Moderna. Für Novavax könnte es wohl erst im Juni reichen. Die Aktie gerät deutlich unter Druck.

Novavax wird eine Notfallzulassung für seinen Coronavirus-Impfstoff in den Vereinigten Staaten frühestens im Juni beantragen, meldet die Washington Post. Es hängt offenbar an den Ergebnissen einer mit Spannung erwarteten Studie zum Corona-Impfstoff. Die Wall Street hatte das bereits vor Wochen erwartet.

Die erneute Verzögerung kommt zusätzlich zu den Bedenken hinsichtlich der Herstellung des Impfstoffs. Anleger befürchten, dass es Probleme geben könnte, die über eine einfache Verzögerung der Impfstoff-Ergebnisse hinausgehen und die die Notfallzulassung möglicherweise ganz verhindern könnten.

Aktie auf Zwei-Monats-Tief

Die Biotech-Aktie, die seit Anfang 2020 zwischenzeitlich um über 4.000 Prozent gestiegen war, fiel am Montag weiter zurück. Kurz vor Handelsschluss an der Nasdaq kostete das Papier nun 160 Dollar - gegenüber Freitag ein Abschlag von mehr als acht Prozent und der tiefste Stand seit zwei Monaten. Im Februar war die Novavax-Aktie im Hoch zwischenzeitlich auf über 320 Dollar gestiegen.

Novavax (WKN: A2PKMZ)

Analyst rät zum Einstieg

Mayank Mamtani, Analyst bei B. Riley, bleibt dennoch optimistisch. Er rechnet künftig mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen der Impfstoff-Hersteller Moderna, BioNTech/Pfizer und Novavax. "Dies ist ein großartiger Einstiegspunkt für Investoren", wird Mamtani von Bloomberg zitiert. Er hat als Kursziel für Novavax 365 Dollar ausgegeben.

Nach der Schlussglocke hat Novavax seine vierteljährlichen Ergebnisse veröffentlicht, die die Aktie nochmals drückten. Nachbörsliche Indikationen sahen den Novavax-Kurs bei 154 Dollar.

Novavax hat im ersten Quartal nach eigenen Angaben zwar große Fortschritte gemacht, um den Weg für den Covid-19-Impfstoff-Kandidaten NVX-CoV2373 zu ebnen. Auch habe man zusätzliche Fertigungs- und Lieferverträge abgeschlossen und die globale Lieferkette auf über zehn Länder ausgedehnt. Erst in den kommenden Monaten werden wichtige Meilensteine erreicht, bestätigte Stanley C. Erck, Präsident und CEO von Novavax. Das Unternehmen forscht unter anderem an wirksamen Mitteln gegen die südafrikanische und die britische Corona-Variante und hat Testreihen mit Jugendlichen gestartet.

Verlust massiv ausgeweitet

Die Finanzergebnisse für das erste Quartal 2021 sind ernüchternd: Novavax verzeichnete im ersten Quartal 2021 einen Nettoverlust von 223 Millionen Dollar oder 3,05 Dollar pro Aktie, verglichen mit einem Nettoverlust von 26 Millionen Dollar bzw. 0,58 Dollar pro Aktie im Vorjahresquartal.

Der Umsatz von Novavax belief sich im ersten Quartal 2021 auf 447 Millionen Dollar gegenüber 3 Millionen im gleichen Zeitraum des Jahres 2020. Dieser deutliche Anstieg war auf verstärkte Entwicklungsaktivitäten im Zusammenhang mit NVX-CoV2373 für Dienstleistungen zurückzuführen, die im Rahmen der US-Regierung und der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations erbracht wurden, teilte Novavax mit.

Liquidität verbessert

Zum 31. März 2021 verfügte Novavax über liquide Mittel, marktfähige Wertpapiere und eingeschränkte liquide Mittel in Höhe von zwei Milliarden Dollar, verglichen mit 806 Millionen zum Jahresende 2020. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 auf 663 Mio. USD Im Vergleich zu einem Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 23 Mio. USD im gleichen Zeitraum des Jahres 2020.

Der Anstieg des Cashflows resultierte hauptsächlich aus Zahlungen in Höhe von 772 Millionen Dollar im Rahmen von Vorauskaufverträgen, die als Rechnungsabgrenzungsposten verbucht wurden.

Die Verzögerungen bei der Zulassung sind enttäuschend. DER AKTIONÄR glaubt aber, dass für den Impfstoff von Novavax noch genügend Bedarf bestehen wird. Wenn die Produktion erst einmal ins Laufen kommt, sollten auch die Umsätze steigen. Zumal Novavax nicht auf den neuartigen mRNA-Ansatz und auch nicht auf einen vektorbasierten Ansatz setzt, sondern auf einen proteinbasierten Impfstoff. Dieser könnte auch bislang impfskeptischen Menschen eine Alternative zu den bisher zugelassenen Impfstoffen sein. Die Aktie bleibt jedoch hochspekulativ.

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