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18.01.2022 Wall Street Journal

Hype-Thema Metaverse: Second-Life-Gründer steigt ins Rennen ein

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Von Meghan Bobrowsky
The Wall Street Journal
Übersetzung: Thomas Steer

Philip Rosedale, der Entwickler des Online-Spiels Second Life, kehrt zurück, um es mit den Tech-Giganten im Kampf um das Metaverse aufzunehmen. 2003 rief er das Online-Game ins Leben, in dem Spieler in Avatare schlüpfen, sich mit Mitspielern austauschen und Einkäufe tätigen können. Second Life ist ein Vorläufer der virtuellen Welten, die große Technologieunternehmen heute schaffen wollen und die oft als Metaverse bezeichnet werden.

2010 hat Rosedale das von ihm gegründete Unternehmen Linden Research verlassen. Jetzt, da das Metaverse immer mehr an Fahrt gewinnt, kehrt er als strategischer Berater zurück und hilft bei der Expansion des Unternehmens. Das teilte er in einem Interview mit.

Das Metaverse – noch immer größtenteils mehr Wunsch als Wirklichkeit – wird mittlerweile von den Technologieunternehmen auf ihrer Suche nach einer wichtigen neuen Einnahmequelle heftig umkämpft. Facebook hat sich im letzten Jahr in Meta Platforms umbenannt, um zu zeigen, dass es sich nun auf die digitale Welt ausrichten will. Das Unternehmen will in den kommenden Jahren Milliarden von Dollar in die Realisierung seines Metaverse-Projekts investieren, das Virtual- und Augmented-Reality-Headsets, Software und weitere Produkte umfassen soll.

Microsoft, das Chip-Unternehmen Nvidia sowie Videospielfirmen und andere Unternehmen wollen ebenfalls von einer Online-Welt profitieren, in der die Nutzer miteinander interagieren und an immersiven Erlebnissen wie Konzerten teilhaben können. Die Apple-Aktie ist dank dem Metaverse-Hype im Aufwind.

Rosedale zufolge wären gewisse Geschäftspraktiken einiger Tech-Giganten wie das Tracking des Nutzerverhaltens zum Zwecke zielgerichteter Werbung im Metaverse potenziell schädlich. Zumal das Metaverse viel lebensechter ist als heutige digitale Plattformen. „Ich glaube, dass damit ein echtes, existenzielles Risiko verbunden ist“, sagte er.

Second Life hatte vielleicht einen Vorsprung gegenüber einigen Metaverse-Unternehmen, mit denen es konkurrieren will. Es bleibt aber in gewisser Weise der Underdog. Second Life wurde noch vor der Gründung von Facebook ins Leben gerufen, hat aber nach Angaben eines Unternehmenssprechers seit 2008 nur etwa eine Million Nutzer. Metas Facebook, Instagram und andere Dienste hatten laut den jüngsten Geschäftszahlen zusammen mehr als 3,5 Milliarden Nutzer pro Monat. Das Videospiel Fortnite von Epic Games und die Spielefirma Roblox, die ebenfalls beim Thema Metaverse aktiv sind, haben um ein Vielfaches mehr Nutzer als Second Life.

Brad Oberwager, Vorstandschef der Second-Life-Muttergesellschaft Linden Research, sagte, er arbeite mit Rosedale zusammen, um das Geschäft wieder in Schwung zu bringen. Bei Second Life kann man bereits Geld aus Verkäufen im Spiel in die reale Welt transferieren – eine Funktion, die in anderen neu aufkommenden Metaversen fehlt und Nutzer anlocken soll, so Oberwager. Bevorstehende Upgrades, die soziale und wirtschaftliche Aspekte des Spiels wie die Avatare und den digitalen Marktplatz weiter verbessern sollen, versprechen einen weiteren Anstieg der Nutzerzahlen, fügte er hinzu.

Und dennoch steht Second Life als zwanzig Jahre alte Plattform vor einer Herausforderung. Einige der größten Nutzergruppen seiner Konkurrenten wurden erst in den letzten 24 Jahren geboren und sind mit Second Life nicht so vertraut wie zum Beispiel mit Roblox oder Fortnite. Laut Oberwager kann Second Life diese Generation für sich gewinnen, indem es eine bessere Nutzererfahrung mit realistischeren Avataren schafft und nicht das Nutzerverhalten trackt, wie es andere Tech-Unternehmen machen.

Um dieses Ziel zu verwirklichen, hat Rosedale einiges für Second Life im Gepäck: eine kleine Gruppe von Entwicklern, eine Reihe von Patenten und eine nicht näher bezifferte finanzielle Beteiligung des von ihm 2013 gegründeten Unternehmens High Fidelity, das auf Audio- und Virtual-Reality-Erlebnisse spezialisiert ist.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

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