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04.05.2022 von Barron's

Krypto-Branche vor schweren Zeiten: US-Behörde verschärft Kontrollen

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Coinbase

Von Joe Light
Barron’s
Übersetzung: Stefanie Konrad

Die Krypto-Branche muss sich auf härtere Zeiten einstellen. Die Branche ist bereits von unerwarteten Untersuchungen und harten Maßnahmen betroffen. Nun gibt die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC bekannt, dass sie ihre Cyber-Taskforce aufstocken wird und noch härter durchgreifen will.

Wie die SEC am Dienstag mitteilte, wird sie ihre Cyber-Taskforce fast verdoppeln und sie in „Crypto Assets and Cyber Unit“ umbenennen. Damit will sie verdeutlichen, dass sie sich verstärkt auf die Krypto-Branche fokussieren wird. Die Abteilung wird ab sofort über 50 und nicht mehr nur 30 Mitarbeiter verfügen. Der SEC-Vorsitzende Gary Gensler sagte, dass die Aufstockung des Personals der Abteilung mehr Spielraum verschaffen würde, „um Fehlverhalten an den Kryptomärkten zu überwachen und gleichzeitig weiterhin Offenlegungs- und Kontrollprobleme in Bezug auf die Cybersicherheit zu ermitteln.“

In einer Pressemitteilung, in der die Umbenennung angekündigt wurde, wurden auch die Ziele der neuen Taskforce veröffentlicht. Diese umfassen fast die gesamte Branche. Die Abteilung wird Krypto-Asset-Angebote, Börsen, Kredit- und Staking-Produkte, dezentrale Finanzplattformen, NFTs und Stablecoins unter die Lupe nehmen.

Bisher war die SEC allerdings in Bezug auf Vollstreckungsmaßnahmen gegen Krypto-Unternehmen auch nicht zurückhaltend. Im Februar hat sich beispielsweise der Krypto-Kreditanbieter BlockFi dazu bereit erklärt, einen Vergleich in Rekordhöhe von 100 Millionen Dollar zu zahlen, weil er sein Produkt an Privatanleger verkauft hat, ohne es als Wertpapier zu registrieren.

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Gensler übt auch scharfe Kritik an den Krypto-Börsen. Diese bieten Token auf ihren Plattformen an, die seiner Meinung nach Wertpapiere sind, aber bei seiner Behörde nicht registriert werden. Außerdem befindet sich die SEC inmitten eines Rechtsstreits mit Ripple über die Frage, ob der XRP-Token ein Wertpapier ist.

Einige Führungskräfte in der Krypto-Branche, darunter auch Coinbase-CEO Brian Armstrong, werfen der SEC vor, bei der Beurteilung, welche Produkte die Regeln erfüllen, nicht fair zu sein. Einige dieser Führungskräfte und Gesetzgeber haben sogar auf eine Gesetzgebung gedrängt, die die Regulierung von Kryptowährungen größtenteils aus der Verantwortung der SEC nehmen und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) übertragen würde. Die Führungskräfte halten die CFTC für die wohlwollendere Aufsichtsbehörde.

Aber es ist fraglich, ob bald eine umfassende Krypto-Gesetzgebung verabschiedet wird. Bis dahin sollten sich Krypto-Unternehmen auf verstärke Kontrollen durch die SEC gefasst machen.

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